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Tamika Mallory: Zohran Mamdanis Team mit antisemitischer Schlagseite

Die ehemalige Womans-March-Führerin Tamika Mallory wurde in ein Übergangskomitee Mamdanis berufen
Die ehemalige Womans-March-Führerin Tamika Mallory wurde in ein Übergangskomitee Mamdanis berufen (© Imago Images / Pacific Press Agency)

Eine ehemalige Anführerin des Women’s March, die 2019 wegen Antisemitismus aus der Organisation ausgeschlossen wurde, ist von New Yorks künftigem Bürgermeister Zohran Mamdani in sein Übergangsteam berufen worden.

Tamika Mallory war gemeinsam mit Linda Sarsour (die ebenfalls wegen ihres Antisemitismus ausgeschlossen wurde und Mamdani im Wahlkampf mit Spendenaufrufen und einer eigenen Spende unterstützte) eine der ersten Vorsitzenden der Protestgruppe Women’s March, die sich als Reaktion auf den Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2016 formiert hatte. Nun gehört Mallory zu mehr als vierhundert Personen, die in verschiedene Übergangskomitees von New Yorks künftigem Bürgermeister Zohran Mamdani berufen wurden. Mallory wird dem Ausschuss für öffentliche Sicherheit angehören.

Der Women’s March beendete 2019 die Zusammenarbeit mit ihr, nachdem Gründerin Teresa Shook in einem Facebook-Post geschrieben hatte, Mallory und drei weitere führende Persönlichkeiten hätten »Antisemitismus, LGBTQIA-feindliche Ressentiments und hasserfüllte, rassistische Rhetorik in die Bewegung integriert, indem sie sich weigerten, sich von Gruppen zu distanzieren, die diese rassistischen und hasserfüllten Überzeugungen vertreten«. Shook forderte die Co-Vorsitzenden zum Austritt aus der Organisation auf und erklärte, deren Extremismus habe »die Bewegung von ihrem eigentlichen Kurs abgebracht«.

Nähe zu Louis Farrakhan

Während des allerersten Treffens der Organisation, aus der später der Women’s March hervorging, sollen zwei ihrer Anführerinnen, Carmen Perez und Tamika Mallory, behauptet haben, Juden trügen eine besondere kollektive Verantwortung als Ausbeuter schwarzer und dunkelhäutiger Menschen – und sogar, einer Quelle zufolge, Juden seien nachweislich Anführer des amerikanischen Sklavenhandels gewesen. Zudem habe sie zu einer jüdischen Mitgründerin des Women’s March gesagt: »Euer Volk hat das ganze Geld.«

Das berichtete die Website Tablet im Dezember 2018. Mallory bestritt, diese Aussagen gemacht zu haben. Unstrittig ist aber ihre politische Nähe zu Louis Farrakhan, dem Führer der Nation of Islam, in dessen Weltbild die Juden die Unterdrücker der Schwarzen sind. Er bezeichnete Hitler einmal als einen »sehr großartigen Mann«, den Holocaust stellte er infrage, das Judentum war für ihn eine »schmutzige Religion«; die Juden nannte er »den Satan« und machte sie unter anderem für Pädophilie und Zuhälterei verantwortlich.

Die Nation of Islam (NoI) ist eine 1930 in den USA gegründete, religiös-sozialpolitische Bewegung, die Elemente des Islams mit schwarzem Nationalismus verbindet. Der Antisemitismus war von Anfang an Teil der Ideologie. Besonders perfide ist das in der mehrbändigen Geschichte der »geheimen Beziehung zwischen Schwarzen und Juden«, die ab 1991 von der »Historischen Forschungsabteilung« der NoI herausgegeben wurde. Darin wird fälschlich behauptet, die Juden hätten den transatlantischen Sklavenhandel dominiert (eine These, die von der britischen Labour-Politikerin Jackie Walker aufgegriffen wurde).

Die Reihe suggeriert eine kohärente, gemeinschaftliche jüdische Beteiligung an der ökonomischen Unterdrückung Schwarzer über verschiedene Epochen hinweg. Diese kollektive Zuschreibung entspricht klassischen antisemitischen Mustern, welche »die Juden« als einheitliche, verschwörerische Gruppe darstellen. Die Bücher konstruieren ein dualistisches Bild von Schwarzen als Opfer und Juden als Ausbeutern und Nutznießern.

2018 machte CNN-Reporter Jack Tapper bekannt, dass Mallory Farrakhans Predigt zum »Saviours’ Day«, dem »Tag der Erlöser«, einem von Farrakhan angeordneten und jährlich mit einer dreitägigen Massenveranstaltung begangenen Feiertag der NOI, besucht hatte. Ihre Liebe zu ihrem Führer Farrakhan hatte sie nie geheim gehalten, wie ein von ihr über Instagram verbreitete Foto samt Geburtstagsgrüßen zeigt.

Farrakhan sagte im Beisein Mallorys in seiner Rede: »Die mächtigen Juden sind meine Feinde.« Die Juden seien verantwortlich »für all diesen Dreck und das degenerierte Verhalten, das Hollywood verbreitet: aus Männern Frauen machen und aus Frauen Männer«. Die Juden »hassen mich, wie sie Jesus gehasst haben«. Dazu zeichnete er das klassische antisemitische Bild der jüdischen Weltverschwörung: »Wohin auch immer sie [die Juden] gegangen sind, haben sie den Frieden der menschlichen Familie zerstört. … Sie sind der Boss, es ist ihre Welt.«

Nicht die Einzige

Die Nachricht von Tamika Mallorys Berufung in Zohran Mamdanis Übergangsteam sorgte folglich für Empörung: »Die New Yorker sind schockiert über die Nachricht, dass Zohran Mamdani Tamika Mallory in sein Team berufen hat. Mallory ist eine berüchtigte Hetzerin gegen Juden in Amerika und eine Verteidigerin von Louis Farrakhans bösartigen Tiraden gegen Juden«, postete das Lawfare Project, das Opfern von Antisemitismus Rechtsbeistand leistet, in den sozialen Medien. »Wir müssen wachsam sein und genau prüfen, wen Mamdani in Schlüsselpositionen beruft und, noch wichtiger, was diese Personen nach ihrem Amtsantritt tun. Jüdische Bürgerrechte zu schützen, bedeutet, einzuschreiten, wann immer sie verletzt werden.«

Mallorys Ernennung ist nicht die Einzige, die Besorgnis auslöst. So benutzte beispielsweise Hassaan Chaudhary, ein Berater Mamdanis, der sich selbst als politischen Direktor des Übergangsteams des designierten Bürgermeisters bezeichnet, das Wort »Jude« als Schimpfwort. Im Jahr 2012 schrieb er »Jew hoga tera baap«. Wörtlich übersetzt aus dem Hindi/Urdu-ähnlichen Slang: »Dein Vater wird ein Jude sein«, oder freier: »Du wirst einen jüdischen Vater haben«. Der Begriff wird hier nicht neutral als Religions- oder Volkszugehörigkeit verwendet, sondern pejorativ, um die Person herabzusetzen. Die Beleidigung impliziert, Jude zu sein, bedeutet etwas Negatives. Chaudhary bezeichnete Israel auch als »Krebsgeschwür, das sehr bald beseitigt sein wird«.

Mamdani selbst steht aktuell in der Kritik, weil er letzte Woche nach einer antisemitischen Kundgebung vor einer Synagoge, die sich gegen eine Informationsveranstaltung zur Aliyah richtete, die dort stattfand, der Synagoge eine Mitschuld an den antisemitischen Parolen der Demonstranten gegeben hatte: Heilige Stätten dürften »nicht zur Förderung von Aktivitäten genutzt werden, die gegen internationales Recht verstoßen«. Damit suggerierte er – fälschlich –, die Veranstaltung in der Synagoge, die Interessierte über Möglichkeiten der Auswanderung nach Israel informierte, sei ein Rechtsbruch.

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