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Maher Al-Aqal: Wer war der von den USA getötete IS-Führer in Syrien?

IS-Führer Maher Al-Aqal wurde durch US-Drohne getötet
IS-Führer Maher Al-Aqal wurde durch US-Drohne getötet (© Imago Images / ZUMA Wire)

Die Vereinigten Staaten haben vergangene Woche bekanntgegeben, dass der Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien, Maher Al-Aqal, bei einem von einer amerikanischen Drohne durchgeführten Angriff getötet wurde. Doch wer war dieser Al-Aqal? Welche Rolle spielte er in der terroristischen Organisation?

Der Sprecher des US-Zentralkommandos, Oberstleutnant Dave Eastburn, erklärte gegenüber AFP, dass Maher Al-Aqal, den das Pentagon als »einen der fünf prominentesten IS-Anführe« bezeichnete, getötet wurde, als er auf einem Motorrad in der Nähe von Jindires (Afrin), nordwestlich der syrischen Stadt Aleppo, unterwegs war.

Eastburn sagte der Nachrichtenagtur, dass »die Operation umfassend geplant wurde, um ihre erfolgreiche Durchführung zu gewährleisten«, was auch gelungen sein: eine »vorläufige Überprüfung deutet darauf hin, dass es keine zivilen Opfer gab«.

Laut einer Erklärung des Pentagon, war Al-Aqal für den Aufbau von IS-Netzwerken außerhalb des Irak und Syriens verantwortlich war. Rami Abdel Rahman, Direktor der nichtstaatlichen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, sagte, »der Tod von Maher Al-Aqal [sei] ein schwerer Schlag für den Islamischen Staat«.

Die türkische Anadolu Agency berichtete im Januar 2021, Maher Al-Aqal – auch bekannt als »Abu Al-Bara« – sei für zahlreiche Terroranschläge weltweit verantwortlich sei. So habe Al-Aqal mit einem weiteren IS-Terroristen bei der Beschaffung des Sprengstoffs für die Bombenanschläge von Sultanahmet und Surug in den türkischen Städten Istanbul und Şanlıurfa zusammengearbeitet.

Bei der Explosion auf dem Sultanahmet-Platz in Istanbul am 12. Januar 2016 wurden zehn Menschen getötet und sechzehn weitere verletzt, vierzehn davon waren Ausländer. Bei dem Bombenanschlag im Stadtteil Suruj von Şanlıurfa am 20. Juli 2015 wurden 33 Menschen getötet und 86 weitere verletzt.

Sehr gefährlich

Syrische Quellen berichteten gegenüber Orient Net, dass Al-Aqal zum Zeitpunkt seines Todes einen »Ausweis« bei sich trug, der vom Gemeinderat der syrischen Stadt Afrin auf den Namen »Khaled Al-Sayeh« ausgestellt wurde. Denselben Quellen zufolge handelt es sich bei dem Ausweis um eine Fälschung, die Al-Aqal benutzte, um sich frei zu bewegen.

Maher Al-Aqal war syrischer Staatsbürger aus der Stadt Suluk im Umland von Raqqa, der alten IS-Hochburg, hochrangiger Anführer der Terrororganisation und ein enger Verbündeter deren ehemaligen Anführers und »Kalifen« Abu Bakr al-Baghdadi. Der Terrorismusforscher Muhammad Safar sagte diesbezüglich:

»Maher Al-Aqal gilt als einer der Anführer der zweiten Reihe des Islamischen Staates, die nach dem Abgang der Führer der ersten Reihe die Führung übernommen hat. Diese neuen Führer sind sehr gefährlich, da sie direkt an Bombenanschlägen vor Ort und vielen terroristischen Operationen beteiligt waren.

Das Gefährliche an diesen Leuten ist, dass sie Erfahrung auf dem Schlachtfeld haben, was den IS fähiger macht, Operationen zu starten, im Gegensatz zur ersten Reihe, die diese Erfahrung nicht hatte.«

Unterdessen enthüllte der Forscher Raed Al-Hamid, dass Maher Al-Aqal auch Sprecher des Islamischen Staates war. Er war der Bruder des ranghöchsten IS-Anführers und damit Herrschers von Raqqa, Fayez Al-Aqal.

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