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London: Demonstration für die israelischen Geiseln

Demonstration für die israelischen Geiseln in London. (© imago images/ZUMA Press Wire)
Demonstration für die israelischen Geiseln in London. (© imago images/ZUMA Press Wire)

Die in London versammelten Demonstranten warfen der Regierung vor, mit der Anerkennung »Palästinas« die Geiseln im Stich zu lassen.

Tausende Demonstranten versammelten sich am Sonntag im Zentrum Londons zum »National March for the Hostages« (Nationaler Marsch für die Geiseln), der von Stop The Hate UK organisiert und vom Board of Deputies of British Jews (Rat der britischen Juden) unterstützt wurde. Der Marsch begann um 15 Uhr und führte zur offiziellen Residenz von Premierminister Keir Starmer in der Downing Street 10, wo eine Kundgebung für die sofortige Freilassung der noch immer von der Hamas festgehaltenen Geiseln stattfand.

Die Organisatoren betonten, dass die Veranstaltung die jüdische Gemeinde mit Verbündeten aus ganz Großbritannien vereinte und die Dringlichkeit internationaler Maßnahmen nach der Veröffentlichung neuer Videos unterstrich, die Geiseln unter schrecklichen Bedingungen in der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen zeigen. Die Redner forderten die britische Regierung auf, den diplomatischen Druck für ihre Freilassung zu verstärken und warnten, dass »die Zeit abläuft«.

Deutlicher Kontrast

Die britische Rechtsanwältin und Expertin für internationales Recht Natasha Hausdorff betrat die Bühne und erklärte, eine einheitliche Botschaft an die Regierung und den Premierminister zu senden, »dass sie aktiv die Chancen beeinträchtigen, dass wir die Geiseln nach Hause holen können«, indem sie erklärt haben, einen palästinensischen Staat im September anzuerkennen, sofern Jerusalem bestimmte Forderungen nicht erfülle. Hausdorff führte die Menge in einem Sprechchor an, der sich an Starmer und die Regierung richtete: »Lasst sie frei!«

Adam Ma’anit, Cousin der getöteten Geisel Tsachi Idan, und Ayelet Stavitsky, Schwester der getöteten Geisel Nadav Popplewell, sprachen ebenfalls auf der Kundgebung.

James J. Marlow, ehemaliger CEO der National Jewish Assembly in Großbritannien, stellte in einem X-Post die friedliche Demonstration vom Sonntag den wöchentlichen pro-palästinensischen Demonstrationen in der Stadt gegenüber: »Keiner hat sein Gesicht verdeckt oder will mit der Polizei kämpfen. Es ist eine friedliche Demonstration, anders als das, was wir samstags in London zur Unterstützung der Hamas sehen«, schrieb er.

Drei Festnahmen

Laut BBC wurde ein Mann, der nichts mit dem Marsch zu tun hatte, wegen Körperverletzung und einer rassistisch motivierten Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen, während zwei weitere Personen nach einer Auseinandersetzung unter den Teilnehmern in der Menge festgenommen wurden.

Niyak Ghorbani, ein iranisch-britischer Aktivist und Podcaster mit Sitz in London, berichtete, während einer Demonstration für die Freilassung der Geiseln angegriffen worden zu sein. In einem Beitrag in den sozialen Medien beschrieb Ghorbani, wie er von einem Mann angesprochen wurde, der ihm absichtlich auf den Fuß trat und ihn schubste. Nach einem kurzen Wortwechsel, bei dem der Angreifer verbal aggressiv wurde, schlossen sich eine Frau und ein zweiter Mann in schwarzer Kleidung der Auseinandersetzung an.

»Der Mann in Schwarz schüttete mir den Inhalt einer Flasche, die er in der Hand hielt, ins Gesicht«, schrieb Ghorbani. »Die Flüssigkeit benetzte mein Gesicht und meine Kleidung und roch übel. Sofort packte er mich an der Kehle und drückte mit voller Kraft etwa zwanzig Sekunden lang zu, mit der klaren Absicht, mich zu töten oder zu erwürgen.« Ghorbani packte den Angreifer am Hemd, um ihn an der Flucht zu hindern. Der Angriff endete erst, als Beamte des Community Security Trust und Mitglieder der Öffentlichkeit eingriffen, die beiden Männer voneinander trennten und die Polizei den Angreifer festnahm.

Ein Sprecher der Metropolitan Police bestätigte Jewish News Syndicate (JNS) am Montag, dass es kurz nach Beginn der Demonstration »zu einer Auseinandersetzung zwischen Personen in der Menge kam, bei der ein Mann an der Kehle gepackt wurde. Eine 41-jährige Frau wurde wegen des Verdachts der nicht tödlichen Strangulation festgenommen, ein 29-jähriger Mann wurde wegen des Verdachts der Körperverletzung festgenommen«, heißt es in der Erklärung der Polizei. »Alle drei Festgenommenen bleiben in Gewahrsam«, fügte der Sprecher hinzu.

Zu kleineren Auseinandersetzungen kam es auch in der Nähe des Trafalgar Square, wo einige Menschen pro-palästinensische Parolen skandierten, bevor sie von der Polizei weggeführt wurden.

Die Londoner Polizei nahm am Samstag auf dem Parliament Square mindestens 466 Personen fest, weil sie Plakate mit Parolen für Palestine Action, eine von britischen Abgeordneten im Juli als terroristische Vereinigung eingestufte antiisraelische Gruppe, hochhielten. Acht weitere Personen wurden festgenommen, darunter fünf wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte.

(Der Beitrag wurde auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht. Übersetzung von Florian Markl.)

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