Von Alexander Gruber
In ihrem gestrigen ZiB13-Bericht über den Widerstand französischer Stewardessen gegen den Kopftuchzwang bei Flügen in den Iran behauptete Kristina Stiller: „Auf den Straßen von Teheran herrscht für Frauen Kopftuchpflicht. Zwar geht der Iran immer lockerer damit um, aber auch Ausländerinnen müssen den Kopf bedecken.“ Doch auch wenn es in der Berichterstattung des ORF mittlerweile geradezu zum Standardrepertoire zu gehören scheint, stets eine angebliche Öffnung und Mäßigung ins Feld zu führen, wenn vom Iran die Rede ist, so entsprechen die Ausführungen Stillers ebenso wenig der Realität wie andere Versuche, sich die Islamische Republik schönzureden.
Ganz im Gegenteil: Wie der deutsche Tagesspiegel berichtet, setzt die
„iranische Polizei seit Montag in der Hauptstadt Teheran ein Netz von rund 7000 Geheimagenten ein, die auf die Einhaltung der strengen Moralvorschriften achten sollen. Polizeichef Hossein Sadschedinia erläuterte zum Start der neuen Anstandstruppe deren Arbeitsweise und die Aufgaben: Die Polizisten seien in Zivilkleidung unterwegs und hätten ein scharfes Auge auf Vergehen wie etwa Verstöße gegen das Verschleierungsgebot. Im Visier seien dabei auch Frauen, die den Schleier verbotenerweise im Auto ablegen.“
Der in Teheran arbeitende Journalist Ali Almadadi twitterte in den letzten Tagen mehrere Fotos dieser großangelegten Polizeiaktion, auf denen die Anhaltung und Festnahme von Frauen zu sehen ist, denen ein Verstoß gegen den Verschleierungszwang vorgeworfen wird.
#Iran/ian Women riding without proper Islamic Dressing (Hijab) Stopped & Fined in #Tehran thoroughfares. pic.twitter.com/r1fZpKx9aq
— Ali AliMadadi (@alialimadadi110) April 17, 2016
#Iran morale Police launches new round of DETAINING women who don't comply Islamic Dressing Code. pic.twitter.com/Ic0HNC1Hl8
— Ali AliMadadi (@alialimadadi110) April 16, 2016