
In den vergangenen Wochen wiesen mehrere internationale Organisationen auf die katastrophalen Lebensbedingungen der Migranten in Libyen hin. Mehrere tausend werden in Gefangenenlagern festgehalten. Der Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi zeigte sich nach einem Besuch eines entsprechenden Lagers in der Hauptstadt Tripolis unlängst schockiert über die ‚entsetzlichen Bedingungen‘. Die Hilfsorganisation Médecins sans Frontières berichtet von überfüllten Zellen, schlimmen sanitären Bedingungen und Mangelernährung unter den Gefangenen, die zum Teil tagelang nichts zu essen bekämen. Bereits Anfang Mai hatte der Internationale Strafgerichtshof (ICC) angekündigt, Ermittlungen zu Verbrechen gegenüber Flüchtlingen in dem nordafrikanischen Land zu prüfen. Libyen sei ein «Marktplatz für den Handel mit Menschen» geworden, sagte die Chefanklägerin Fatou Bensouda. ‚Verbrechen wie Tötungen, Vergewaltigungen und Folter sind in den Lagern mutmaßlich alltäglich.‘ Auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) wies unlängst darauf hin, dass in Libyen inzwischen regelrechte ‚Sklavenmärkte‘ existierten, auf denen Migranten gekauft und danach oft missbraucht und zu harter Arbeit gezwungen würden.“ (Fabian Urech: „Bis zu 300 000 Migranten an Italiens Küste erwartet“)




