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Libyen: Situation in Flüchtlingsagern ist katastrophal

Libyen: Situation in Flüchtlingsagern ist katastrophal
This production by Bennour Hussein from Dune Voices was supported by the OPEN Media Hub with funds provided by the EU

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) halten sich in Libyen rund 50.000 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende auf, ebenso wie 800.000 weitere Migranten. Flüchtlinge sind nach UN-Definition Menschen, die vor Gewalt oder Verfolgung fliehen, andere Migranten suchen ein besseres Leben im Ausland. Wie viele Geflüchtete in illegalen Lagern in dem von Gewalt und Chaos geprägten Land gefangen gehalten werden, ist nicht bekannt. Das Problem sei, dass im Bürgerkriegsland Libyen nicht von festen staatlichen Strukturen gesprochen werden könne, sagt Hyun-Ho Cha, Pressesprecher bei Amnesty International Deutschland. Daher gebe es keine scharfe Trennlinie zwischen ‚staatlichen‘ und illegalen Lagern. Auch die sogenannten staatlichen Lager würden vielfach von bewaffneten Milizen betrieben, staatliche Behörden hätten nur sehr wenig effektive Kontrolle. Menschenrechtsverletzungen ahnden zu lassen, sei kaum möglich, da die libysche Staatsanwaltschaft aufgrund des Bürgerkriegs kaum in der Lage sei, Ermittlungen durchzuführen. 

‚Manchmal sind die Geflüchteten buchstäblich aufeinander gestapelt, unter entsetzlichen hygienischen Bedingungen und mit großen Schwierigkeiten, an Wasser zu gelangen – ab und zu gibt es überhaupt kein Trinkwasser‘, berichtet Benjamin Gaudin von der Hilfsorganisation ‚Première Urgence Internationale‘ (PUI) über die Zustände in libyschen Flüchtlingscamps. Laut Julien Raickmann, Leiter von ‚Ärzte ohne Grenzen‘ in Libyen, sterben in den Lagern immer wieder Menschen an Krankheiten und Hunger. Die Zustände seien katastrophal. Auch Amnesty berichtet von Folter, schwerer Gewalt und sexueller Ausbeutung. Außerdem würden Flüchtlinge durch Zwangsarbeit ausgebeutet oder weiterverkauft. Die Menschenrechtsorganisation hat auch Fälle dokumentiert, in denen Menschen getötet wurden, als sie versucht hatten zu flüchten. Vor allem aber knüpften Milizen und Schlepper den Geflüchteten Geld ab, indem sie sie mit Gewalt oder dem Tod bedrohten, teils Videos von Folter drehten, die dann an die Familien geschickt würden.

Nach Beobachtungen von Amnesty hat sich die Situation für Flüchtlinge seit dem Ausbruch der Kämpfe in Libyen Anfang April 2019 weiter verschlimmert. Die in Haftzentren unter katastrophalen Bedingungen festgehaltenen Menschen gerieten zwischen die Fronten und würden wegen der Kämpfe tagelang nicht mit Essen versorgt. Am 3. Juli wurden mehr als 50 Migranten und Flüchtlinge bei einem Luftangriff auf das Gefangenenlager Tajoura im Osten der libyschen Hauptstadt Tripolis getötet. (Bericht der Deutschen Welle: „Das Leid der Flüchtlinge in Libyen“)

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