Die libanesischen Streitkräfte benötigen nach Angaben der Regierung in Beirut mindestens vier Monate für die nächste Phase der Entwaffnung der Hisbollah im Südlibanon.
Das libanesische Militär wird einen Zeitrahmen von mindestens vier Monate brauchen, um die zweite Phase seines Plans zur Entwaffnung der Terrororganisation Hisbollah und anderer nichtstaatlicher Akteure im Süden des Landes durchzuführen.
Dies gab der libanesische Informationsminister Paul Morcos nach einer Kabinettssitzung am Montag laut der französischen Nachrichtenagentur AFP bekannt und auch, dass die Regierung die Präsentation der Armee zur nächsten Phase der Entwaffnungsoperationen geprüft habe. »Es gibt einen Zeitrahmen von vier Monaten, der je nach den verfügbaren Kapazitäten, israelischen Angriffen und Hindernissen vor Ort verlängert werden kann«, so der Minister.
Die zweite Phase umfasst das Gebiet zwischen den Flüssen Litani und Awali. Der Litani verläuft ca. dreißig Kilometer nördlich der Grenze zu Israel, der Awali liegt etwa vierzig Kilometer südlich von Beirut. Die erste Phase umfasste das Territorium zwischen der israelischen Grenze und dem Litani-Fluss und wurde im Januar abgeschlossen.
Hisbollah protestiert
Die Regierung hatte sich im vergangenen Jahr zur Entwaffnung der Hisbollah verpflichtet, nachdem die vom Iran unterstützte Terrororganisation in einem Krieg mit Israel erhebliche Verluste erlitten hatte. Die Hisbollah schloss sich den Kämpfen der Hamas am 8. Oktober 2023 an – einen Tag nachdem die palästinensische Terrororganisation eine Invasion im Süden Israels angeführt hatte, bei der Tausende Menschen getötet, verletzt und entführt worden waren.
Im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens vom November 2024 hat Israel seine Präsenz aufrechterhalten und begrenzte Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon durchgeführt, um zu verhindern, dass die Terrorarmee ihre militärischen Fähigkeiten wieder aufbaut. Der Generalsekretär der Hisbollah, Naim Qassem, lehnte die Entwaffnungsbemühungen am Montag zum wiederholten Mal ab, bezeichnete die Konzentration der Regierung auf dieses Thema als »schwere Sünde« und forderte sie auf, das, was er als fortlaufende Zugeständnisse an die Forderungen Jerusalems bezeichnete, zu beenden.
Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu erklärte in einer Stellungnahme vom 8. Januar, die Bemühungen Beiruts seien zwar »ein ermutigender Anfang«, aber angesichts der anhaltenden, vom Iran unterstützten Wiederaufrüstungsbemühungen der Hisbollah »bei Weitem nicht ausreichend«. »Das von den Vereinigten Staaten vermittelte Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon besagt eindeutig, dass die Hisbollah vollständig entwaffnet werden muss. Dies ist für die Sicherheit Israels und die Zukunft des Libanons unerlässlich«, erklärte Jerusalem damals.






