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Libanesischer Autor: „Ich brauche Shebaa-Farmen nicht, ich will Frieden mit Israel“

Der libanesische Autor und politische Kommentator Jean-Marie Kassab
Der libanesische Autor und politische Kommentator Jean-Marie Kassab (Quelle: Babelcube)

Jean-Marie Kassab sagte in einem Interview, dass er das umstrittene Gebiet gerne den Israelis schenken würde, wenn es im Gegenzug dazu Ruhe und Frieden gebe.

MEMRI TV

Der libanesische Autor und politische Kommentator Jean-Marie Kassab sagte in einer Sendung des Senders MTV (Libanon) am 12. Oktober 2021, dass er Frieden mit Israel fordere. Im Gegenzug für Ruhe und Frieden überlasse er Israel gerne die Shebaa-Farmen in der Grenzregion zwischen Libanon und dem jüdischen Staat.

Kassab forderte auch Frieden mit Syrien, das seiner Meinung nach schlimmer sei als Israel, und er rief dazu auf, statdessen dem Iran den Krieg zu erklären.

Jean-Marie Kassab: „Warum heißt es ‚Islamischer Widerstand‘? Ich bin ein Christ. Warum sollte ich von einem ‚islamischen‘ Widerstand beschützt werden? Warum heißt er ‚islamischer Widerstand‘?“

Interviewer: „Dieser Widerstand bringt Opfer für das Wohl aller Libanesen.“

Kassab: „Er bringt keine Opfer mehr. Wir haben einen syrischen Feind, der auf uns schießt und uns ruiniert, aber [die Hisbollah] hat nichts dagegen unternommen. Im Gegenteil, sie haben uns nach Syrien geschleppt und uns dort ruiniert. (…)

Ich persönlich, als Kommentator, fordere Frieden mit Israel. Es gibt einen Unterschied zwischen Frieden und Versöhnung. Es gibt einen großen Streit zwischen Israel und uns. Viele Menschen sind gestorben, die Häuser vieler Menschen wurden zerstört, und es gibt seelische Auswirkungen. Aber ich möchte Frieden schließen! Ich möchte den Kriegen ein Ende setzen.

Seit Juni 1967 haben wir Libanesen… Das [Kairoer] Abkommen von 1969 war das Ergebnis eines Krieges mit Israel, für den wir den Preis bezahlt haben.“

Interviewer: „Zunächst einmal ist Ihr Land immer noch von Israel besetzt.“

Kassab: „Welches Land ist von Israel besetzt? Wo ist es?“

Interviewer: „Die Shebaa-Farmen…“

Kassab: „Ich will sie nicht.“

Interviewer: „Das ist Verrat.“

Kassab: „Verrat? Na schön. Dann bin ich ein Verräter. Ich will diese Shebaa-Farmen nicht.“

Interviewer: „Warum nicht?“

Kassab: „Sie [die Israelis] können sie als Geschenk haben.“

Interviewer: „Sie können Keserwan, wo Sie leben, verschenken, aber dies ist das Land und der Besitz der Menschen im Südlibanon.“

Kassab: „Das stimmt nicht. Auf den Shebaa-Farmen lebt niemand. Es gibt dort keine Menschen. Niemand wohnt auf den Shebaa Farmen. Sie sind in Israel. Besetzt von Israel…“

Interviewer: „Gut, aber es gibt dort libanesisches Eigentum…“

Kassab: „Sie [ide Israelis] können es gerne haben. Wenn diese 20 Kilometer…“

Interviewer: „Aber das sind doch die Shebaa-Farmen…“

Kassab: „Gut. Ich möchte die Shebaa-Farmen für meine Ruhe opfern. Sollen die Israelis sie doch nehmen. Oder ich kann sie Syrien schenken, oder ich kann sie der UNRWA geben, damit sie syrische Flüchtlinge dort ansiedeln kann. Wie auch immer. (…)

Ich fordere Frieden mit Israel. Ich spreche nicht von Versöhnung – das liegt bei den beiden Völkern. Das braucht Zeit, das ist mir klar. Genauso fordere ich Frieden mit Syrien. Unsere Situation gegenüber Syrien ist schlimmer als die gegenüber Israel. So wie ich das sehe, ist es mit Syrien schlimmer als mit Israel, denn es hat uns angegriffen und uns ruiniert.

Wir haben mögen nicht wenige Raketen auf Israel geschossen haben, aber wir haben Syrien nichts getan. Wir hatten immer einen Nachbarschaftsstreit mit Syrien, weil es größer ist als wir, aber die Familie Al-Assad – Bashar und sein Vater – hat die Feindschaft mit uns auf eine militärische Ebene gehoben und uns ruiniert. (…)

Ich will dem iranischen Besatzer den Krieg erklären. Ich möchte eine Waffe schwingen – als symbolische Geste – und die Straße entlanggehen, und hoffentlich wird mich die Armee aufhalten, und ich werde sagen: ‚Warum habt ihr mich aufgehalten? Ich habe das Recht, Widerstand zu leisten.‘ Warum lachen Sie?“

Interviewer: „Sie bewegen sich in die falsche Richtung. Wir sind friedliche Menschen. Wir wollen die illegalen Waffen einsammeln, und Sie sagen den Leuten, dass sie Waffen tragen sollen, auf dass jeder eine Waffe hat?“

Kassab: „Ja, das tue ich. Wir sind kein friedliches Volk. Wir sind Menschen, die sich ständig im Krieg befinden.“

(Aus dem Artikel Lebanese Author Jean-Marie Kassab: I Demand Peace With Israel; Israel Can Keep The Shebaa Farms, Nobody Lives There Anyway; We Should Declare War On Iran, der bei MEMRI TV erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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