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Libanesischer Abgeordneter will Frieden mit Israel und Ruhe von der Hisbollah

Der libanesische Abgeordnete und Vorsitzender der Nationalliberalen Partei, Camille Dory Chamoun
Libanesischer Abgeordneter und Chef der Nationalliberalen Partei, Camille Dory Chamoun (Quelle: mtv)

Der Vorsitzende der libanesischen nationalliberalen Partei wirft der Hisbollah die Zerstörung des Landes und die Spaltung der Bevölkerung vor und fordert ein Ende des sogenannten Widerstands.

Der libanesische Abgeordnete Camille Dory Chamoun, Vorsitzender der Nationalliberalen Partei und Enkel des zweiten libanesischen Präsidenten Camille Chamoun, sagte Anfang Januar in einem Interview mit dem libanesischen Sender Al-Jadeed TV, der »Widerstand«, womit er die Hisbollah meinte, spiele seiner Meinung nach keine positive Rolle mehr im Libanon und sei zu einer Belastung geworden.

Er glaube, so Chamoun, »die Rolle des Widerstands im Libanon ist vorbei. Er tut uns weh. Er ist eher eine Last als ein Symbol des Sieges geworden.« Der Widerstand habe »seine glorreichen Tage« gehabt, doch diese lägen hinter ihm, sodass er sie »hinter sich lassen und in eine neue Phase übergehen« solle. 

Heute sei das libanesische Volk der Kriege, Katastrophen, Vertreibungen und der massiven Auswanderung überdrüssig, die dazu geführt habe, dass die meisten »unserer Kinder« im Ausland leben. Machten die Libanesen so weiter – was sie jedoch laut Chamoun nicht wollen –, würden sie das Land für immer zerstören. »Wir werden den Libanon nicht für den Widerstand opfern. Wir würden lieber den Widerstand opfern und den Libanon leben lassen. Ehrlich.«

Auf den Einwand des Journalisten, die Hälfte der Bevölkerung denke anders, was Chamoun berücksichtigen müsse, antwortete der Abgeordnete: Sollten diese Leute der Meinung sein, es gehe dem Libanon »mit dem Widerstand, dem Schmuggel und dem Chaos, das wir heute erleben« gut, »sollten sie in ihren Gebieten leben und wir in unseren«.

In der Vergangenheit war Chamoun mit der Forderung nach einem Frieden mit Israel aufgefallen. Das südliche Nachbarland habe das »palästinensische Problem« für den Libanon gelöst und »uns definitiv von einer großen Plage befreit«, als es 1982 in das Land einmarschierte. Deswegen hätten auch viele Libanesen – auch und besonders die Schiiten – Israel applaudiert. 

»Wir haben die Palästinenser als Flüchtlinge aufgenommen, aber sie haben sich gegen uns gewandt und versucht, den Libanon in ein zweites Palästina zu verwandeln. Das wurde von allen abgelehnt. …

Die palästinensischen Aktionen in unserem Land stellten eine schwere Last dar. Sie kamen nach der Nakba als Flüchtlinge zu uns, zunächst in kleiner Zahl, 35.000 oder 50.000, aber später wurden es 100.000 und eine halbe Million. Dann erhielten sie das Recht, Waffen zu tragen, und begannen, Israel von libanesischem Boden aus anzugreifen, was sie von keinem anderen arabischen Land aus wagten.

Sie haben uns in große Probleme verwickelt, wollten die Kontrolle über das Land übernehmen und behaupteten, die Straße nach Palästina führe durch [die nördlich der libanesischen Hauptstadt Beirut gelegene christliche Stadt; Anm. Mena-Watch] Jounieh. Das alles vergessen wir nicht. Sie haben den Libanon und das libanesische Volk gespalten.«

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