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Leiten China und Saudi-Arabien eine neue Ära im Nahen Osten ein?

Der chinesische Präsident Xi Jinping auf dem Gipfel zwischen China und dem Golfkooperationsrat in Riad
Der chinesische Präsident Xi Jinping auf dem Gipfel zwischen China und dem Golfkooperationsrat in Riad (© Imago Images / Xinhua)

Während eines dreitägigen Besuchs in Riad unterzeichneten der chinesische Präsident und der König von Saudi-Arabien ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.

Der chinesische Präsident Xi Jinping besuchte Saudi-Arabien zwischen dem 7. und 9. Dezember, wo er offizielle Gespräche mit König Salman ibn Abd al-Aziz und Kronprinz Mohammed bin Salman führte, »bei denen sie sich über Möglichkeiten zur Konsolidierung und Entwicklung der strategischen Partnerschaftsbeziehungen zwischen dem Königreich und China sowie über internationale und regionale Themen von gemeinsamem Interesse austauschten«.

Das von den beiden Ländern unterzeichnete Partnerschaftsabkommen umfasst mehrere Abkommen und Absichtserklärungen in Bereichen wie Wasserstoffenergie und Verbesserung der Koordination zwischen der Vision 2030 des Königreichs und der chinesischen Belt and Road Initiative (»Neue Seidenstraße«), so die offizielle Saudi Press Agency (SPA).

Darüber hinaus nahm der chinesische Präsident am China-Golf-Entwicklungsgipfel in Anwesenheit der Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten als auch am arabisch-chinesischen Gipfel mit den arabischen Staats- und Regierungschefs teil. Diese Treffen spiegeln die Bemühungen Chinas wider, in der Region Fuß zu fassen. Bei der Eröffnung des arabisch-chinesischen Treffens sagte Mohammed bin Salman: Dieses »Treffen leitet eine neue Phase zwischen unseren Ländern ein«, während Xi Jinping meinte, es sei »ein Schlüsselereignis in der Geschichte der chinesisch-arabischen Beziehungen«.

Die Vereinigten Staaten betrachten den wachsenden Einfluss Chinas im Nahen Osten hingegen mit Sorge, insbesondere angesichts der Verschlechterung ihrer Beziehungen zu Riad nach der jüngsten Entscheidung der OPEC+, die Ölproduktion wenige Tage vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress im vergangenen Monat zu drosseln, was Washington laut der Website Al-Hurra als »Annäherung an Russland« ansah. Vergangengen Mittwoch erklärte Washington, der Besuch des chinesischen Präsidenten in Riad sei ein Beispiel für die Versuche Chinas, seinen Einfluss weltweit auszuweiten, werde aber die Politik der USA gegenüber dem Nahen Osten nicht ändern.

Großer Schritt Chinas

France 24 kommentierte die wachsende chinesische Diplomatie mit Saudi-Arabien mit den Worten: »Für Saudi-Arabien, das frustriert ist über den seiner Meinung nach schleichenden Rückzug Washingtons aus dem Nahen Osten und die langsame Aushöhlung seiner Sicherheitsgarantien, bietet China eine Möglichkeit, wirtschaftliche Vorteile zu erzielen, und zwar ohne die Spannungen, die sich in den Beziehungen zu Washington widerspiegeln.«

Die chinesische Autorie Suad Yai Xinhua wiederum schrieb über die Teilnahme von Xi Jinping am ersten chinesisch-arabischen Gipfeltreffen, seine »Anwesenheit wird als ein diplomatischer Schritt Chinas gegenüber der arabischen Welt angesehen, der der größte seit der Gründung der Volksrepublik China ist. Die Zusammenarbeit zwischen China und den arabischen Ländern beschränkt sich nicht nur auf den wirtschaftlichen Aspekt, sondern erstreckt sich auf alle Bereiche bis hin zur Politik.«

Der saudische Analyst Ahmed Al Ibrahim meinte in einem Interview mit der amerikanischen Website Al-Hurra, Riad verfolge seine Interessen und halte zu allen Mächten denselben Abstand: »China ist ein wichtiger Kunde Saudi-Arabiens (in Bezug auf Öl), und es gibt keine Einwände gegen eine Ausweitung der Handelsbilanz zwischen den beiden Ländern, zumal China seine Investitionen in Saudi-Arabien um 500 Mrd. Dollar erhöhen will.«

Ibrahim wies auch das Argument zurück, dass Saudi-Arabien sein Bündnis mit den Vereinigten Staaten durch eines mit China ersetze: »Die amerikanische Linke versucht, Riad so darzustellen, als würde es Washington im Stich lassen, was nicht stimmt.« Seinen Angaben zufolge versuchten Saudi-Arabien und weitere Länder des Nahen Ostens, gleichzeitig von ausgewogenen Beziehungen zu Washington und Peking zu profitieren. Angesichts der strategischen Bedeutung der Region und ihres enormen Energiepotenzials wird diese Situation jedoch langfristig zu einer noch schärferen Konkurrenz zwischen den Vereinigten Staaten und China führen.

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