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Lego und Carrefour fügen Israelboykott-Bewegung BDS weitere Schlappe zu

Arbeiter errichten einen Lego-Turm auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv
Arbeiter errichten einen Lego-Turm auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv (© Imago Images / Xinhua)

Das dänische Spielzeugunternehmen und der französische Supermarktkonzern eröffnen noch heuer Filialen in Israel.

Eine weitere herbe Niederlage für die BDS-Kampagne (Boycott, Divestment, Sanctions), die den Staat Israel durch einen Boykott von Menschen und Waren zerstören will: Mit dem dänischen Spielzeughersteller Lego und dem französischen Supermarktgiganten Carrefour lassen sich zwei weitere weltweit tätige und vielen Konsumenten bekannte Unternehmen in Israel nieder.

Lego-Bausteine sind auch jetzt schon in Israel zu kaufen und wohl ebenso beliebt wie in Westeuropa. Was es bislang in Israel nicht gab, waren die sogenannten Lego Stores, also Fachgeschäfte, wo es nichts anderes als Lego zu kaufen gibt. Das holt der Konzern nun nach.

Ende Februar kündigte das Unternehmen an, seine ersten Geschäfte in Israel zu etablieren, beginnend mit einem Standort in Tel Aviv, der noch vor dem Sommer eröffnet werden soll. Wie Globe, eine Website für Nachrichten aus der israelischen Unternehmenswelt, berichtete, werden die Geschäfte vom israelischen Unternehmer Eran Tor betrieben werden.

Tor ist Eigentümer und Vorstandsvorsitzende von TorGaming, einem Vertriebsunternehmen für Spiele, das auch schon Nintendo nach Israel gebracht hat. Er war sechs Jahre lang Chef der Einzelhandelskette iDigital, die in Israel Produkte der Firma Apple verkauft.

Der Lego Store in Tel Aviv werde in »einer erstaunlichen und außergewöhnlichen Lage« angesiedelt, kündigte Tor an. Globe zitiert ihn mit den Worten:

»Lego sieht den israelischen Markt als ein wichtiges und strategisches Ziel. Es gibt hier Kunden, die Lego sehr schätzen, und letztendlich ist es eine emotionale Verbindung. Ich glaube nicht, dass ich jemals eine andere Marke gekannt habe, die so sehr geliebt wird.«

Es gebe in Israel »eine riesige Community«, die mit Lego aufgewachsen sei.

»Jeder wächst mit Lego auf. Diese Marke zaubert ein Lächeln auf die Lippen, nicht nur, weil es ein Spiel ist und Spaß macht, sondern auch wegen der Art und Weise, wie das Spiel gespielt wird und lehrt, die Vorstellungskraft zu entwickeln, was in der heutigen digitalen Welt weitgehend verschwunden ist.«

Er freue sich, der »Bote« von Lego in Israel zu sein, so Tor.

Die Geschäfte, die in Israel eröffnet werden, sollen identisch sein mit den Lego Stores in anderen Ländern. Weltweit gibt es 628 solcher Stores, die von Lego selbst geplant und gestaltet werden. Da Lego in Israel sehr teuer ist und deshalb von vielen Menschen oft lieber im Ausland gekauft wird, hat Tor sich vorgenommen, es günstiger anzubieten.

»Eines meiner ausdrücklichen Ziele ist es, ein viel wettbewerbsfähigeres und attraktiveres Preisniveau zu schaffen. Wir werden eine Revolution herbeiführen.«

BDS mal wieder not amused

Niedrigere Preise werden sich viele Israelis auch vom Markteintritt von Carrefour erhoffen, der diesen Monat bekanntgegeben wurde. Das französische Unternehmen ist mit einem Jahresumsatz von 81 Mrd. Euro (2021), 12.225 Filialen in rund 30 Ländern und 364.000 Mitarbeitern eine der größten Einzelhandelsketten der Welt. Schwerpunkt des Unternehmens sind Frankreich, Spanien und Brasilien.

Über einen Franchisenehmer, den Immobilienkonzern Majid Al Futtaim mit Sitz in Dubai, ist Carrefour zudem in 30 islamisch geprägten Ländern präsent, darunter auch solche, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhalten, wie etwa Indonesien, Malaysia oder Irak.

Dass der Markteintritt in Israel den Geschäften in der islamischen Welt schaden könnte, fürchtet Carrefour offenbar nicht – und folgt damit dem Beispiel des Energiemultis Chevron, der ebenfalls keine Angst vor einem arabischen Boykott zeigte, als er 2020 in die israelische Erdgasförderung einstieg.

Carrefour wird die israelischen Märkte nicht in eigener Regie betreiben, sondern über einen israelischen Franchisenehmer, die Gruppe Electra Consumer Products. Diese hatte im vergangenen Jahr die familiengeführte Lebensmitteleinzelhandelskette Yenot Bitan übernommen, die derzeit rund 150 Filialen betreibt.

Wie Carrefour mitteilt, werden in Israel noch vor Jahresende Supermärkte mit dem Carrefour-Logo eröffnet. Zudem sollen alle Filialen von Yenot Bitan noch vor dem Sommer Zugang zu Produkten der Eigenmarken von Carrefour erhalten. Patrick Lasfargues, Präsident von Carrefour International Partnership, sagte, er freue sich sehr über die Unterzeichnung dieser neuen Vereinbarung und sei zuversichtlich, dass »die Ankunft von Carrefour in Israel das lokale Einkaufserlebnis sowie die Kaufkraft der Kunden erheblich verbessern wird, mit besseren Angeboten zu günstigeren Preisen«.

Nicht begeistert sind naturgemäß die Propagandisten von BDS. Carrefour tue sich mit »Besatzern« und »Siedlungskolonialisten« zusammen, heißt es auf deren Website.

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