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Lateinamerika: Eine iranische Uni für ideologische Indoktrination

Die iranische Al-Mustafa International University in Qom
Die iranische Al-Mustafa International University in Qom (Quelle: الموقع الرسمي : جامعة المصطفى (ص) العالمية . قم , ايران / CC BY-SA 4.0)

Zur langfristigen Durchsetzung seiner strategischen Interessen in Lateinamerika, fördert der Iran Studienprogramme, um muslimische Bevölkerungen und politische Bewegungen zu infiltrieren.

Andreas Jose

Der Iran hat es im Rahmen seiner Einflussnahme in Lateinamerika auf einheimische Muslime, potenzielle Konvertiten und linke Studenten abgesehen, so ein Experte während eines Webinars am 4. August. Die Veranstaltung mit dem Titel Die wachsende Präsenz der Revolutionsgarden (IRGC) in Lateinamerika wurde vom Endowment for Middle East Truth organisiert und konzentrierte sich auf die Einflussnetzwerke des Iran, die das dortige Regime nutzt, um Regierungsbeiräte, lokale muslimische Bevölkerungen und einheimische Bewegungen zu infiltrieren.

Dem italienischen Politikwissenschaftler und Publizist Emanuele Ottolenghi zufolge nutzt der Iran diese Netzwerke zu seinem Vorteil, um seine strategischen Interessen durchzusetzen, darunter die Umgehung von Sanktionen und die Untergrabung des Einflusses der USA in der Region.

Die Einflussnahme des Irans erstrecke sich dabei nicht nur auf schiitische Muslime und potenzielle Konvertiten in Lateinamerika, sondern auch auf »entrechtete« Gruppen wie indigene Bewegungen, die »extreme Linke« und befreundete Regime in Ländern wie Venezuela, Kuba und Bolivien. Teheran baut sein Netzwerk durch regionalen Soft-Power-Programme auf, zum Beispiel durch Stipendien, bezahlte Reisen, Verlage, Kulturprogramme und die Ausbildung lokaler Geistlicher, so Ottolenghi.

Universität als Rekrutierungsplattform

Im Zentrum solcher Operationen steht die vor fünfzehn Jahren gegründete Al-Mustafa International University in der iranischen Provinz Qom, die als »Hauptzentrum für die ideologische Indoktrination ausländischer Schüler, einschließlich Konvertiten« dient. Al-Mustafa habe die Aufgabe, Agenten für den Iran zu rekrutieren und über die Ahlul Bayt World Assembly die »revolutionäre Doktrin« des Irans unter direkter Aufsicht des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei zu verbreiten.

Im Dezember 2020 erklärte das US-Finanzministerium, die Universität mit ihren weltweiten Zweigstellen sei eine »Rekrutierungsplattform« für die Quds-Einheiten des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC-QF), die »nachrichtendienstliche Informationen sammelt und Operationen durchführt, darunter die Rekrutierung für die von der IRGC-QF angeführten ausländischen Milizen, die für das Regime von Baschar al-Assad in Syrien kämpfen«.

Die Al-Mustafa-Universität hat eine eigene Lateinamerika-Abteilung, die von Hojatoleslam Mohsen Rabbani geleitet wird, einem ehemaligen Kulturattaché der iranischen Botschaft in Argentinien, der beschuldigt wurde, ein Drahtzieher hinter den Bombenanschlägen auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires im Jahr 1994 zu sein.

Ottolenghi zufolge gründen Studenten und Absolventen der Al-Mustafa lokale Medienzentren, Verlage, lokale kulturelle und schiitische muslimische Zentren und missionieren in Lateinamerika, um mehr Anhänger für das iranische Regime zu gewinnen. Mit der Zeit, so Ottolenghi, werden diese Einrichtungen finanziell unabhängig, vergrößern sich und bringen lokale Führungskräfte hervor, die dann zu Beratern von Regierungsbeamten werden.

»Es gibt ein Konzept, das mit der Rekrutierung beginnt, mit der Ausbildung, der Bekehrung, der Indoktrination und der Auswahl der talentiertesten Personen weitergeht, um sie dann für bestimmte Aufgaben einzusetzen, zu denen auch die Einflussnahme und Förderung des Staatsterrorismus gehören.«.

Studenten im Visier

Ottolenghi fügte hinzu, dass der Iran beim Aufbau seines Netzwerks besonders den Bereich der Hochschulen ins Visier nimmt; und zwar durch Stipendien, Austauschprogramme und Konferenzen. »Man kann nur eine gewisse Anzahl an Menschen bekehren, aber man kann linke Studenten mobilisieren, die nicht unbedingt mit dem schiitischen Islam übereinstimmen, aber radikale politische Ziele verfolgen, mit denen der Iran einverstanden ist«, sagte er.

Durch die akademischen Austauschprogramme und Reisen baut der Iran Verbindungen zu ideologisch ausgerichteten Menschen auf, sagte Ottolenghi, »die Weltanschauung des Iran in Sachen Opposition gegen und Hass auf Amerika teilen«.

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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