Kurdische Regionalregierung will FGM in 5 Jahren beseitigt haben

„Am Mittwoch, dem Internationalen Tag der ‚Nulltoleranz für weibliche Genitalverstümmelung (FGM)‘, gab die Vertretung der Vereinten Nationen im Irak bekannt, dass sie sich weiterhin dazu verpflichtet sehe, das zu beenden, was sie als ‚eine der unmenschlichsten Akte geschlechtsspezifischer Gewalt in der Welt‘ bezeichnet. Die Statistiken der Vereinten Nationen zeigen auf, dass jedes Jahr 7,4 Prozent der Mädchen im Irak verstümmelt werden. In der Region Kurdistan wird diese Praxis mit einer wesentlich höheren Rate durchgeführt. Von ihren Büros in Sulaimani aus haben sich Mitarbeiter der Organisation WADI bereits seit über einem Jahrzehnt unermüdlich mit Behörden und mit religiösen Führern zusammengesetzt, welche dazu bereits waren, mit ihnen zu sprechen. Darüber hinaus unternahmen sie Hunderte von Reisen in ländliche Gebiete, in denen FGM am häufigsten vorkommt. Dort sprechen die Mitarbeiter mit Dorfbewohnern und klären Frauen und örtlichen Funktionäre und Würdenträger mittels Unterrichtseinheiten und Präsentationen über das schwere emotionale Trauma und die ernsten Gesundheitsrisiken auf.

Im Laufe der Zeit hat sich die mehrgleisige Strategie als durchaus wirksam erwiesen. Neben den lokalen Erfolgen ihrer ständigen Bemühungen, hat die Gruppe eine viel größere internationale Aufmerksamkeit für FGM außerhalb Afrikas erreichen können. Ihre Arbeit war ebenfalls ein entscheidender Faktor für den Prozess, der im Jahr 2011 dazu führte, dass die Kurdistan-Regionalregierung (KRG) ein Gesetz verabschiedete, das FGM verbot. Das Gesetz über Familiengewalt, von manchen auch als ‚Gesetz Nr. 8‘ bezeichnet, trat im August 2011 in Kraft und enthielt mehrere Bestimmungen zur Beseitigung von FGM sowie Bestimmungen zu anderen Problembereichen, wie häusliche Gewalt. Menschenrechtsorganisationen begrüßten im Allgemeinen die Verabschiedung des Gesetzes, beklagten sich jedoch auch oft darüber, dass die KRG es nicht angemessen durchgesetzt habe. (…)

Auf einer vor kurzem stattfindenden FGM-Konferenz in Ägypten kündigte die KRG, in Zusammenarbeit mit dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), einen neuen Aktionsplan an, um die Praxis in der Region Kurdistan bis 2028 zu beseitigen. Laut einem bei der Konferenz anwesenden WADI-Vertreter, war die UNFPA deutlich vorsichtiger bei ihrer Formulierung der voraussichtlichen Erfolge des Plans, ganz im Gegensatz zu einem Vertreter der KRG, der zuversichtlich versprochen hatte, dass FGM in nur fünf Jahren ausgerottet sein würde. Im Rahmen des Programms würde das KRG-Gesundheitsministerium Mitarbeiter in Krankenhäusern und Gesundheitszentren schulen, um die Eltern über FGM informieren zu können, während sie Impfungen durchführen.

Ein weiterer entscheidender Teil des Aktionsplans wäre die Einbeziehung des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten, das Imame anweisen sollte, in ihren Freitagspredigten über die Gefahren von FGM zu sprechen. In der Vergangenheit waren religiöse Führer oftmals die lautesten und feindseligsten Kritiker der WADI-Arbeit. Sie waren im Allgemeinen nicht der Auffassung, das FGM verboten werden sollte.“ (Bericht auf Kurdistan24: „Activists in the Kurdistan Region continue the fight to eradicate FGM“)

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