Kurdische Regionalregierung im Irak nähert sich dem Iran an

„Die irakischen Kurden sind von den westlichen Ländern zunehmends enttäuscht und werfen ihnen vor, sie hätten es dem Iran seit dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum vom 25. September gestattet, sich im Irak als Hegemonialmacht zu etablieren. Hochrangige Vertreter der Kurden haben nun erklärt, im Vorfeld der für Mai 2018 geplanten irakischen Wahlen sei die vermeintlich antiiranische Agenda der US-Regierung für sie nicht von Belang. Manche Kurden fragen sich sogar, ob die USA, statt sich ihm entgegenzustellen, den Einfluss des Iran nicht in Wirklichkeit befördern. Generalmajor Sirwan Barzani, der die Peschmerga im sogenannten Sektor 6 zwischen Makhmour und Gwer kommandiert, erklärte in einem im Dezember veröffentlichten Interview mit The Region, dass das Vorhaben der USA, den Iran einzudämmen, für die irakischen Kurden nicht von Belang sei. Schließlich hätten die Vereinigten Staaten das kurdische Unabhängigkeitsreferendum ebenso abgelehnt wie der Iran und es den vom Iran unterstützten Volksmobilisierungseinheiten (PMU) im vergangenen Oktober ermöglicht, Kirkuk gemeinsam mit der irakischen Armee mit amerikanischen Waffen und Panzern einzunehmen. (…)

Am Sonntag, dem 21. Januar, besuchte eine vom Ministerpräsidenten der Kurdischen Regionalregierung (KRG) Nechirvan Barzani angeführte Delegation erstmals seit dem Referendum den Iran. Tags zuvor hatte sie sich in Bagdad mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al Abadi getroffen. ‚Wir werden es nicht gestatten, dass vom kurdischen Gebiet aus ein Gefahr für den Iran ausgeht’, erklärte Barzani einer iranischen Meldung zufolge.

Der Versuch spiegelt die Enttäuschung der Kurden mit dem Westen und die Tatsache wider, dass die irakischen Kurden sich nach dem Referendum um bessere Beziehungen zum Iran bemühen. Hemnin Hawrami, ein hochrangiger Berater des ehemaligen Präsidenten Masoud Barzani und hochrangiger Funktionär der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP), traf sich am Donnerstag zudem mit Vertretern des iranischen Konsulats, um eine ‚Intensivierung der bilateralen Beziehungen’ zu diskutieren. Die Bekanntgabe des iranischen Konsulats vom vergangenen Mittwoch, dass alle Verbindungsstraßen zwischen dem Iran und der kurdischen Region offen seien, war ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Beziehungen zwischen dem Iran und der KRG verbessert haben. (…) Ein Vertreter der KRG erklärte The Region gegenüber, der jüngste Besuch im Iran und die Erklärungen Sirwan Barzanis seien auf die Ereignisse seit Kirkuk zurückzuführen.“ (Wladimir van Wilgenburg: „Feeling betrayed by US, Iraqi Kurds extend hand to Iran for protection“)

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