Eines der Mitglieder der iranischen Delegation für die Gespräche mit den Vereinigten Staaten in Pakistan war der Mörder von Abdul Rahman Ghassemlou in Wien.
Am Wochenende traf eine hochrangige iranische Delegation in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, Pakistans, ein, um dort Gespräche mit den USA über ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs zu führen.
Auf der umfassenden Namensliste der iranischen Abordnung befand sich auch Mohammad Jafari Sahraroodi, der als mutmaßlicher Anführer des Hit-Teams an der Ermordung des Vorsitzenden der Demokratischen Partei des iranischen Kurdistans (PDKI) in Wien beteiligt war. Offizielle iranische Medien veröffentlichten Fotos der Delegation und bestätigten damit, dass Sahraroodi tatsächlich an den Verhandlungen in Pakistan teilnahm.
Karriere im Iran
Abdul Rahman Ghassemlou wurde am 22. Dezember 1930 in Urmia geboren, wo er im Jahr 1945 die Demokratische Jugendunion gründete. Nach seinem Studium wurde er schließlich im Jahr 1971 Generalsekretär der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran (PDKI).
In dieser Funktion traf er sich am 13. Juli 1989 in Wien zu Gesprächen mit einer Delegation der Islamischen Republik. Dabei wurde er zusammen mit zwei seiner Begleiter von jenem iranischen Mordkommando getötet, das zum Schein vorgab, Verhandlungen führen zu wollen, in Wahrheit aber zur Ausschaltung der kurdischen Vertreter nach Wien geschickt worden war.
Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass Mohammad Jafari Sahraroodi einer von Ghassemlous Mördern war, schreibt International Justice Watch in einem aktuellen Beitrag. Obwohl Österreich einen Haftbefehl gegen ihn erließ, gelang ihm die Flucht zurück in den Iran, wo er Karriere machte und mehrere hochrangige Positionen innerhalb des iranischen Regimes innehatte.
So setzte er nach seiner Rückkehr im Rahmen seiner Arbeit als Kommandant der Revolutionsgarde den Kampf gegen die Kurden fort. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran (DPK-I) im Nordirak soll er per Funk gedroht haben: »So wie ich Ghassemlou umgebracht habe, werde ich jetzt euch vernichten.« In den Jahren nach dem Sturz Saddam Husseins war er maßgeblich an Morden und Bombenanschlägen im Irak beteiligt.
»Obwohl der Haftbefehl gegen Sahraroodi noch immer aufrecht ist, soll er Informationen des iranischen Oppositionellen Kazem Moussavi zufolge im Frühjahr 2016 sogar noch einmal nach Österreich zurückgekehrt sein: als Delegationsmitglied beim Staatsbesuch von Irans Präsidenten Hassan Rohani«, wie Florian Markl 2022 in einem Mena-Watch-Bericht festhielt.
Zuletzt war Sahraroodi ein Vertrauter des bei einem Luftschlag getöteten Ali Laridschani, bevor er nun als Teil der iranischen Delegation bei den Gesprächen mit den USA in Islamabad in Erscheinung getreten ist.






