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Krieg in der Ukraine könnte Hungersnöte im Nahen Osten auslösen

Weizen aus der Ukraine und Russland sind für etliche Länder im Nahen Osten von enormer Wichtigkeit. (© imago images/agefotostock)
Weizen aus der Ukraine und Russland sind für etliche Länder im Nahen Osten von enormer Wichtigkeit. (© imago images/agefotostock)

Die Ukraine und Russland gehören zu den wichtigsten Exporteuren von Getreide in den Nahen Osten. Im Kriegsfall drohen dramatische Folgen.

Eine weitere Verschärfung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine könnte dramatische Folgen im Nahen Osten haben. Die beiden Länder gehören mit einem Marktanteil von fast einem Viertel zu den weltweit wichtigsten Weizenexporteuren. Und viele Länder im Nahen Osten sind auf Weizenimporte angewiesen. So gehen rund 40 Prozent der ukrainischen Weizenexporte in Länder des Nahen Ostens und Afrikas.

Wie der amerikanische TV-Sender CNN berichtet, gehören der Libanon, Libyen und Ägypten zu den Großkunden ukrainischen Weizens, der auch einen großen Bestandteil von Hilfslieferungen des World Food Programme (WFP) in Kriegsgebiete wie Syrien und den Jemen ausmachen. Ägypten mit seinen über 100 Millionen Einwohnern ist beispielsweise der größte Weizenimporteur der Welt. Die Hauptherkunftsländer dieses Getreides sind Russland, gefolgt von der Ukraine.

Eine kurzfristige Störung des Weizenhandels könnte noch von lokalen Produzenten ausgeglichen werden, aber eine langfristige Disruption würde die ohnehin schon extrem schlechte Nahrungsmittelversorgung in einigen Ländern der Region katastrophal beeinträchtigen. Fast 70 Millionen Menschen im Nahen Osten und in Nordafrika sind einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge unterernährt.

Ausfallende Weizenimporte, Störungen des Schiffsverkehrs in den Häfen des Schwarzen Meers und steigende Energiekosten – all das sind wahrscheinliche Folgen einer Verschärfung der Krise in der Ukraine, zu deren Opfern eben auch etliche Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas zählen würden.

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