Latest News

Krieg gegen den Iran: »Nicht überrascht«

Gerald Karner im Mena-Watch-Interview zum Krieg gegen den Iran: »Nicht überrascht«

Im Interview mit MENA-Watch ordnet der ehemalige Brigadier des Österreichischen Bundesheeres Gerald Karner den koordinierten Angriff der USA und Israels auf den Iran ein. Er spricht über den militärischen Aufmarsch, die Rolle der Geheimdienste und mögliche Szenarien der kommenden Wochen.

Gerald Karner zeigt sich vom Angriff nicht überrascht. Der massive Aufmarsch westlicher Streitkräfte rund um den Iran habe aus militärischer Sicht deutlich gemacht, dass ein Einsatz wahrscheinlicher sei als ein Abzug ohne Operation. Die parallel geführten Verhandlungen bewertet er rückblickend als wenig aussichtsreich, auch weil zentrale Forderungen, etwa zur Weiterentwicklung ballistischer Raketen, für die iranische Führung schwerlich zu akzeptieren gewesen seien.

Den ersten Angriffstag beschreibt Karner als außergewöhnlich. Anders als in früheren Konflikten habe man nicht in der Nacht begonnen, sondern offenbar einen Zeitpunkt genutzt, zu dem sich hochrangige politische und militärische Vertreter gemeinsam an einem Ort befunden haben. Die Präzision des Schlags sei ohne langfristige und professionelle Geheimdienstarbeit kaum erklärbar. Neben menschlichen Quellen spiele technische Aufklärung eine zentrale Rolle, auch bei der Auswertung großer Datenmengen.

Politische Zielsetzungen entscheidend

Militärisch liege der Fokus zunächst auf Systemen, die Israel und US-Stützpunkte in der Region bedrohen können. Dazu zählen ballistische Raketen, Marschflugkörper, Drohnen und die Flugabwehr. Gelänge es, diese Fähigkeiten zu schwächen, entstehe eine operative Überlegenheit in der Luft. Gleichzeitig betont Karner die Herausforderungen: Der Iran sei groß, topografisch komplex und verfüge über in Bunkern liegende Anlagen, deren Zerstörung schwierig sei.

Dass der Iran weiterhin Israel, aber auch die umliegenden Golfstaaten angreift, wertet Karner als Hinweis darauf, dass Bestände in den vergangenen Monaten seit dem Zwölftagekrieg im vergangenen Juni wieder aufgefüllt wurden. Zugleich gebe es auch Hinweise auf technisch anspruchsvolle Systeme. Die Angriffe auf Golfstaaten hält er strategisch für kontraproduktiv, weil sie die Isolation Teherans verstärkten.

Zur möglichen Dauer des Konflikts sagt Karner, entscheidend seien die politischen Zielsetzungen. Gehe es primär darum, die militärischen Fähigkeiten der Revolutionsgarde zu dezimieren, könne dies in einem Zeitraum zwischen etwa zehn Tagen und vier Wochen erfolgen. Ein Regimewechsel hingegen sei ohne strukturierte oppositionelle Kraft im Land schwerlich vorstellbar. Für die kommenden Wochen erwartet er anhaltende Luftoperationen, bis klar wird, ob der organisierte Widerstand des Irans zusammenbricht.

Besuchen Sie für weitere Analysen und Video-Interviews auch unseren YouTube-Kanal.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Wir reden Tachles!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren!

Nur einmal wöchentlich. Versprochen!