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Khamenei unzufrieden mit Wahlbeteiligung im Iran

Zu niedrige Wahlbeteiligung: Khamenei fordert Iraner auf, sich an Stichwahl zu beteiligen
Zu niedrige Wahlbeteiligung: Khamenei fordert Iraner auf, sich an Stichwahl zu beteiligen (© Imago Images / NurPhoto)

Der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei ruft die Iraner nach der für das Regime enttäuschenden Wahlbeteiligung in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl zur Stimmabgabe in der Stichwahl auf.

Irans Oberster Führer Ali Khamenei sagte am Mittwoch, die Wahlbeteiligung beim ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen sei »niedriger als erwartet« gewesen, berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim. Nach Angaben des Innenministeriums lag sie bei etwa vierzig Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit der Islamischen Revolution von 1979.

»Wir hoffen, dass die Wahlbeteiligung für die zweite Runde wesentlich und eine Quelle des Stolzes für die Islamische Republik sein wird«, sagte Khamenei und rief die Bevölkerung auf, am kommenden Freitag ihre Stimme abzugeben.

Wer wird das Rennen machen?

Die Abstimmung wird ein enges Rennen zwischen Massoud Peseschkian, dem einzigen aus dem sogenannten Reformlager stammenden Kandidaten im ursprünglichen Feld von vier Kandidaten, und dem ehemaligen Mitglied der Revolutionsgarden Saeed Dschalili, der das Rennen für sich entscheiden kann, wenn es ihm gelingt, alle Stimmen des konservativen Lagers auf sich zu vereinen. Bei der Wahl geht es um die Nachfolge von Präsident Ebrahim Raisi, der im Mai bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen ist.

Geht es nach den offiziellen Stellungnahmen Khameneis, sei die unerwartet niedrige Wahlbeteiligung auf »mehrere Faktoren« zurückzuführen und Behauptungen, die Nichtwähler seien gegen die Islamische Republik, »völlig falsch«. »Es ist eine Schande für ein Land, wenn die Wahlbeteiligung bei 35 oder 40 Prozent liegt, wie es in einigen Ländern der Fall ist, in denen Präsidentschaftswahlen abgehalten werden«, sagte Khamenei im Jahr 2001. »Es ist offensichtlich, dass die Menschen dort ihrem politischen System nicht vertrauen, dass es ihnen egal ist und sie keine Hoffnung haben.«

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