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Iran: Angebote bei Atomgesprächen „nicht der Mühe wert, sie auch nur anzusehen“

Irans Präsident Rohani bei den Feierlichkeiten zum „Nationalen Tag der Nukleartechnologie“ am 10. April
Irans Präsident Rohani bei den Feierlichkeiten zum „Nationalen Tag der Nukleartechnologie“ am 10. April (© Imago Images / ZUMA Wire)

Der Oberste Führer Khamenei und Irans Präsident Rohani erhöhen nach dem Angriff auf die Urananreicherungslage in Natanz den Druck auf Verhandlungsmächte und drohen mit Vergeltung.

Jon Gambrell, Associated Press

Irans oberster Führer wies am Mittwoch erste, bei den Wiener Gesprächen zur Rettung des zerfallenden Atomabkommens gemachte Angebote als „nicht der Mühe wert, sie auch nur anzusehen“ zurück. Damit versuchte Khamenei die Weltmächte wegen des Angriffs auf die wichtigste Atomanreicherungsanlage des Landes in Natanz unter Druck zu setzen.

Die Kommentare von Ayatollah Ali Khamenei, der das letzte Wort in allen Staatsangelegenheiten der Islamischen Republik hat, erfolgten einen Tag, nachdem Irans Präsident Hassan Rohani in ähnlicher Weise den Druck auf das Abkommen erhöht hatte. Die europäischen Mächte warnten Teheran unterdessen, dass sein Vorgehen „sehr bedauerlich“ und „gefährlich“ sei.

Die Gespräche wurden schon durch den sonntags erfolgten Angriff auf die iranische Atomanreicherungsanlage in Natanz, der vermutlich auf Israel zurüchzuführen ist, ins Schleudern gebracht. Teheran reagierte, indem es ankündigte, Uran auf bis zu 60% anzureichern – höher als jemals zuvor, aber immer noch niedriger als die waffenfähige Menge von 90%.

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„Die Angebote, die sie machen, sind in der Regel arrogant und demütigend (und) sind es nicht wert, auch nur angesehen zu werden“, sagte der 81-jährige Khamenei in einer Ansprache zum ersten Tag des muslimischen Fastenmonats Ramadan. In seiner Ansprache kritisierte Khamenei auch die USA und warnte, die Zeit könnte knapp werden: „Die Gespräche sollten nicht zu Zermürbungsgesprächen werden. Sie sollten sich nicht so gestalten, dass die Parteien darauf abzielen, die Gespräche in die Länge ziehen. Das ist schädlich für das Land.“

In einer leidenschaftlichen Rede vor seinem Kabinett sagte Präsident Hassan Rohani, die IR-1-Zentrifugen der ersten Generation, die bei dem Angriff am Sonntag beschädigt wurden, würden durch fortschrittliche IR-6-Zentrifugen ersetzt, die Uran viel schneller anreichern. „Sie wollten, dass wir nach den Gesprächen mit leeren Händen dastehen, aber unsere Hände sind voll“, sagte er.

Rohani fügte hinzu: „Die Anreicherung auf 60% ist eine Antwort auf Eure Bösartigkeit. … Wir haben Euch beide Hände abgeschnitten, die eine mit den IR-6-Zentrifugen und die andere mit der Anreicherung auf 60%.“ In seiner Rede beschuldigte er ebenfalls Israel, hinter dem Natanz-Angriff zu stecken und drohte mit Vergeltung.

(Aus dem Artikel „Iran’s supreme leader: Vienna offers ‘not worth looking at’“, der in der Times of Israel erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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