Kein Vertrauen: Türken horten ausländische Währungen

„Als die Währungskrise in der Türkei im August ihren Höhepunkt erreichte, richtete Präsident Recep Tayyip Erdogan einen dringlichen Appell an seine Landsleute. Sie sollten ihre Fremdwährungen, vor allem Dollar, in Lira tauschen, um so deren Kurs zu stützen. Fernsehbilder zeigten dann auch Menschen, die das demonstrativ taten, mancher verbrannte gar seine Dollarscheine öffentlich.

Doch staatliche Propaganda ist das eine. Die Realität ist das andere. Dies zeigen nun bekannt gewordene Zahlen der türkischen Zentralbank. Demnach haben die Türken ihr Geld nämlich keineswegs in Lira getauscht, ganz im Gegenteil. Sie haben derzeit so viele Fremdwährungen auf der hohen Kante wie nie zuvor. Damit wappnen sie sich vor einer Rückkehr der Währungskrise – und das ist durchaus weise. (…)

(D)as Vertrauen der Türken in ihre Währung scheint stark beschädigt. Traditionell halten sie schon immer einen erheblichen Teil ihrer Guthaben in Fremdwährungen – bei Inflationsraten um zehn Prozent ist das nur logisch.

Doch während der Anteil der Fremdwährungen an den Ersparnissen in den vergangenen Jahren meist zwischen 30 und 40 Prozent lag, erreichte er nun einen neuen Rekordwert von 46,6 Prozent. Fast die Hälfte ihres Geldes bunkern die Türken also in Dollar, Euro oder anderen Währungen, die sie für stabiler halten als ihre eigene.“ (Frank Stocher: „Türken missachten Erdogans Appell“)

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