„Da der lang erwartete Nahost Friedensplan von Donald Trump noch nicht veröffentlicht wurde, war es für Oliver Holmes von The Guardian eine große Herausforderung, eine detaillierte Analyse seiner Eckpunkte zu schreiben. Da keine Fakten vorliegen, wendet Holmes sich der Spekulation zu, die da lautet: Der Friedensplan ist schlecht für die Palästinenser. Für Holmes dreht sich alles um ‚die Umsetzung der Wünsche Israels durch die entgegenkommendste US-Regierung in der Geschichte.‘ Doch mit folgender Behauptung geht Holmes noch über alle Vermutungen hinaus: ‚Trumps Team wird wissen, dass aus Israels Perspektive im Vergleich zu früher nur sehr wenig Appetit auf Frieden besteht. In einer Umfrage vom August wurde festgestellt, dass nur 9% der Israelis möchten, dass ihre Regierung das Erzielen einer Einigung mit den Palästinensern im Jahr 2019 zu ihrer Priorität macht.‘
Doch sind die Israelis wirklich so desinteressiert an Frieden? Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Umfrage, auf die sich Holmes bezieht, ein viel nuancierteres Bild.

Das ist irreführend und einfach nicht wahr. Tatsächlich zeigt die erste Frage in derselben Umfrage, dass 61% der jüdischen Israelis nachdrücklich oder mittelgradig Friedensverhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde befürworten. In der Tat mag es eine Überraschung für Guardian-Leser oder für jeden sein, der alle Informationen über Israel von den internationalen Medien erhält, aber das Leben der Israelis wird nicht immer von Konflikten oder den Palästinensern diktiert. Israelis haben Familien, Arbeitsplätze, zahlen Rechnungen und befassen sich mit unzähligen innenpolitischen Fragen bezüglich der Ausrichtung eines jungen und sich noch in Entwicklung befindlichen Landes. Klingt das so, als wären die Israelis nicht an Frieden interessiert?“ (Simon Plosker: „The Guardian Misinterprets Poll to Claim Israelis Aren’t Interested in Peace“)




