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Katars WM-Botschafter: Homosexualität ist »geistiger Schaden«

FIFA-Präsident Gianni Infantino und der Emir von Jatar Tamim bin Hamad Al Than
FIFA-Präsident Gianni Infantino und der Emir von Jatar Tamim bin Hamad Al Thani (© Imago Images /PA Images)

Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft nach Katar war von Anfang an umstritten. Nun zeigt sich immer offener, welch reaktionäres Gedankengut das Golfemirat beherrscht.

Khalid Salman, ein ehemaliger katarischer Fußball-Nationalspieler und aktueller Botschafter der Fußballweltmeisterschaft in dem Golfemirat, bezeichnete in einem Interview mit dem deutschen TV-Sender ZDF Homosexualität als »geistigen Schaden«. Angesprochen auf die Tatsache, dass Homosexualität in seinem Land illegal ist, sagte Salman: »Sie müssen unsere Regeln hier akzeptieren. [Homosexualität] ist haram. Wissen Sie, was haram bedeutet?« Auf die Frage, warum sie haram, also verboten sei, antwortete Khalid Salman: »Ich bin kein strenger Muslim, aber warum ist es haram? Weil es ein geistiger Schaden ist.«

Salman sprach in seiner Eigenschaft als Botschafter für die Fußballweltmeisterschaft 2022 mit dem ZDF. Die Organisatoren hatten die Rolle des Botschafters zuvor beschrieben als »Nutzung der Kraft des Fußballs, um einen positiven sozialen Wandel in Katar, in der Region und auf der ganzen Welt zu bewirken«.

Die Äußerungen Salmans zogen Kritik durch Rasha Younes vom Programm für LGBT-Rechte bei Human Rights Watch nach sich, die erklärte: »Salmans Behauptung, gleichgeschlechtliche Anziehung sei ein ›geistiger Schaden‹, ist schädlich und inakzeptabel. Das Versäumnis der katarischen Regierung, dieser Falschinformation entgegenzutreten, hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben der LGBT-Bewohner Katars, angefangen vom Schüren von Diskriminierung und Gewalt gegen sie bis hin zur Rechtfertigung, sie staatlich geförderten Konvertierungspraktiken zu unterwerfen.«

Letzten Monat veröffentlichte HRW einen Bericht, in dem die Menschenrechts-NGO »willkürliche« Polizeimaßnahmen gegen LGBTQ+-Personen in Katar dokumentierte, darunter sechs Fälle von schweren und wiederholten Schlägen und fünf Fälle von sexueller Belästigung in Polizeigewahrsam zwischen 2019 und 2022. Ein katarischer Beamter sagte, die Behauptungen von HRW würden »Informationen enthalten, die kategorisch und eindeutig falsch sind«, ohne aber näher darauf einzugehen.

Fans, die zur Fußballweltmeisterschaft reisen wollen, haben ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Sicherheit im Land geäußert. Aus Dokumenten geht hervor, dass die Polizei angewiesen wurde, nicht gegen öffentliche Zuneigungsbekundungen oder Proteste für LGBTQ+-Rechte vorzugehen.

Letzte Woche betonte Fifa-Präsident Gianni Infantino, jeder sei bei der WM »willkommen, unabhängig von Herkunft, Hintergrund, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Nationalität«. Seine Erklärung war Teil eines Schreibens, in dem er die Fußballverbände und ihre Spieler aufforderte, die Diskussion über politische und Menschenrechtsfragen im Zusammenhang mit dem Turnier beiseitezulassen und »den Fußball in den Vordergrund zu stellen«. Bislang äußerte sich die FIFA, das Oberste Komitee für die Organisation der Weltmeisterschaft, ebenso wenig zu den Äußerungen Salmans wie die katarische Regierung.

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