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Katarischer Scheich fordert Anerkennung Israels – und nimmt es sofort wieder zurück

Der katarische Scheich Hamad Al Suwaidi mit seiner Skulptur der Fußball-WM-Trophäe
Der katarische Scheich Hamad Al Suwaidi mit seiner Skulptur der Fußball-WM-Trophäe (Quelle: YouTube)

In einem Interview mit einem israelischen Sender hatte Hamad Al Suwaidi noch die israelischen Fußballfans in Katar willkommen geheißen, einen Tag später erklärte er dann seine Solidarität mit den Palästinensern.

Ein katarischer Scheich, der in seinem Heimatland zu einer Mediensensation geworden ist, weil er vor seinem Haus eine gigantische steinerne Nachbildung der Fußballweltmeisterschaftstrophäe aufgestellt hat, rief am Donnerstag in einem Interview mit israelischen Medien zur Normalisierung der Beziehungen zum jüdischen Staat auf.

Hamad Al Suwaidi wurde in den späten 1980er Jahren als Rennfahrer bekannt, aber erst die kürzliche Enthüllung einer drei Meter hohen und vier Tonnen schweren Kopie des legendären Pokals hat ihn wieder in die Schlagzeilen katapultiert. Suwaidi gab das Projekt in Auftrag, um zu feiern, dass sein Land im nächsten Monat als erstes Land des Nahen Ostens die FIFA-Weltmeisterschaft ausrichten wird.

Aktuell erkennt Katar Israel nicht an und unterstützt die palästinensische islamistische Terrorgruppe Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert und seit 2008 vier Kriege gegen Israel provoziert hat. Im Rahmen einer über die FIFA getroffenen Vereinbarung erlaubt Katar Israelis jedoch, das Land zum Fußballturnier zu besuchen.

Es wird erwartet, dass Tausende von Israelis zur Fußballweltmeisterschaft, die am 20. November eröffnet wird, nach Katar reisen werden, obwohl es Sicherheitsbedenken in Bezug auf Besuche in dem Land gibt, das sowohl mit dem Iran als auch mit dem Westen enge Beziehungen pflegt. Hochrangige israelische Beamte besuchten Katar zu Koordinierungsgesprächen im Vorfeld des Turniers, berichtete der israelische TV-Sender Kan im September, konnten aber keine Einigung über die Einrichtung eines temporären Konsulats zur Unterstützung der israelischen Fußballfans erzielen.

In Katar existierte zwar von 1995 bis 2000 ein israelisches Handelsbüro, aber es gilt als unwahrscheinlich, dass das Land sich den anderen Golfstaaten anschließt und volle Beziehungen zu Israel aufnimmt, nicht zuletzt wegen seiner Beziehungen zum Iran.

In einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem öffentlich-rechtlichen israelischen Sender Kan sagte Suwaidi, Israelis sollten sich in Katar willkommen fühlen, er selbst wolle Tel Aviv besuchen. Darüber hinaus forderte er eine vollständige Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern: »Wir können Israel nicht verbannen und Israel wird nicht verschwinden«, sagte er von Doha aus. »Die Menschen müssen realistisch sein.«

»Willkommen in Doha, das für alle da ist«, richtete Suwaidi in einer Botschaft israelischen Fußballfans aus. »Dies ist auch Ihr Land und Sie werden wie Brüder für uns sein.« Zugleich wies er die erwartbare Kritik an seinem Gespräch mit israelischen Medien zurück: »Sicherlich wird es Kritik geben, aber ich habe nichts Falsches getan«, meinte er. Er liebe den Frieden und hoffe, »dass sich dieser auf der ganzen Welt ausbreitet und alle Kriege und Probleme ein Ende haben werden. Auch Sie werden wie ich in Frieden leben. Wir sind ein tolerantes Volk, Gott sei Dank«, sagte er seinen israelischen Gesprächspartnern.

Da scheint Suwaidi allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht zu haben, denn offensichtlich setzte augenblicklich so großer Druck auf ihn ein, dass er bereits am Freitag auf Twitter um Entschuldigung für sein Interview im israelischen Fernsehen bat. Zugleich erkläre er seine »Solidarität mit der palästinensischen Sache«, wie er am Freitag schrieb.

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