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Syrische Söldner: Kanonenfutter in Kriegen der Türkei

Auch im Konflikt um Berg-Karabach setzt die Türkei syrische Söldner ein. (© imago images/Agencia EFE)
Auch im Konflikt um Berg-Karabach setzt die Türkei syrische Söldner ein. (© imago images/Agencia EFE)

Mit falschen Versprechungen rekrutiert die Türkei Syrer für ihre Kriegsoperationen. Statt harmlose Aufgaben zu erledigen, geht es oft direkt an die Front.

Daniel Hechler/Tina Fuchs, tagesschau.de

Jalal Al Gamrie – seinen Namen und die der anderen Syrer haben wir zu ihrem Schutz geändert – ist einer von Hunderten Syrern, die von der Türkei als Kämpfer exportiert werden – nach Libyen, nach Aserbaidschan. Unter falschen Versprechungen, wie drei Männer den ARD-Reportern erzählen: „Es wurde gesagt, wir werden nach Libyen geschickt, um türkische Stützpunkte zu bewachen, als diplomatische Mission.“

Ein anderer syrischer Familienvater aus dem von der Türkei kontrollierten Idlib erzählt, man habe ihnen gesagt, sie würden die Grenze bewachen. „Wir waren überrascht, dass sie uns dann direkt an die Front brachten und wir kämpfen mussten.“ Man habe ihnen Uniformen gegeben – „und dann fielen die Raketen, mit hoher Präzision. Tag und Nacht starben wir oder wurden verletzt – verloren Hände, Beine. Viele hatten nicht die militärische Erfahrung.“

Die syrischen Söldner fühlen sich, so erzählen sie, als würde die Türkei sie wie Kanonenfutter einsetzen. Die Offiziere in Libyen und auch in Bergkarabach seien Türken, die Kämpfer an der Front aber seien Syrer, zumeist aus der von der Türkei besetzten syrischen Region um Idlib. (…)

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(L)aut den Aussagen der syrischen Söldner gegenüber tagesschau.de werden die Männer auf der Straße angesprochen, in den Flüchtlingslagern um Idlib. Die türkischen Mittelsmänner stellten einen Monatssold von 2000 Dollar in Aussicht, lediglich für Bewachungsaufgaben, keinen Einsatz bei Kampfhandlungen. In Militär- oder Zivilflugzeugen würden die so Angeheuerten dann über die Türkei ausgeflogen, die Maschinen vollbesetzt mit Syrern, und dem Ziel Tripolis oder Baku.

Vor Ort würden sie direkt an die Front geschickt, nachdem ihnen zuvor die Handys abgenommen worden seien. Das in London ansässige Syrische Zentrum für Menschenrechte spricht von inzwischen mindestens 126 syrischen Getöteten im Konflikt um Berg Karabach.

(Aus dem Bericht „Syrer als Kanonenfutter der Türkei“, der auf tagesschau.de veröffentlicht wurde.)

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