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Studie in arabischer Welt: Jüngere wollen weniger Religion

Von Thomas von der Osten-Sacken

Studie in arabischer Welt: Jüngere wollen weniger ReligionNur selten bieten sich halbwegs brauchbare Einblicke, was die Bevölkerung in der arabischen Welt so denkt und umtreibt. Öffentliche Befragungen sind eher selten und meist zweifelhafter Herkunft in Ländern, die mehrheitlich auf der Liste von Freedom House als unfrei geführt werden. Als halbwegs repräsentativ gilt der alljährlich durchgeführte „ASDA’A ArabYouth Survey“, auch wenn er aus Dubai getätigt wird und Golfstaaten in ihm überrepräsentiert sind, dagegen die beiden bevölkerungsreichen Länder Sudan und Syrien nicht berücksichtigt wurden.

Die Umfrage wird seit 2012 durchgeführt und in der diesjährigen fällt auf, dass seit das Kalifat geschlagen wurde die Bedrohung durch den Islamischen Staat nicht mehr auf Platz eins rangiert. Dafür wünschen sich immer mehr Jugendliche in der arabischen Welt, dass Religion eine geringere Rolle im öffentlichen Leben spielen soll und fordern eine Reformierung religiöser Institutionen.

Vor vier Jahren waren nur die Hälfte aller Befragten dieser Ansicht.  Damit bestätigt ASA’A einen Trend, der etwa auch in der Türkei zu beobachten ist: Offenbar stehen in der Region immer mehr junge Menschen dem massiven Einfluss, den religiöse Autoritäten und Religion auf  Politik und Alltagsleben haben, zunehmend kritisch, wenn nicht gar ablehnend  gegenüber. In der Türkei etwa tragen heute fast zehn Prozent weniger junge Frauen ein Kopftuch als noch vor einer Dekade, während in der arabischen Welt die Zahl derjenigen, die sich als Agnostiker oder Atheisten bezeichnen seit Jahren ständig zunimmt.

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