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Israel liquidiert »das gefährlichste Hamas-Terrornetzwerk der letzten Jahre«

Kämpfer der Hamas präsentieren ihre Waffen
Kämpfer der Hamas präsentieren ihre Waffen (Quelle: JNS)

Israels ehemaliger Koordinator für Regierungsaktivitäten in den umstrittenen Gebieten erklärt, dass „die Hamas nicht von ihrer ideologischen Verpflichtung abgewichen ist, die Zerstörung Israels erreichen zu wollen.“

Yaakov Lappin

Das groß angelegte Hamas-Terrornetzwerk, das in den letzten Wochen vom Geheimdienst Shin Bet aufgedeckt und zerschlagen wurde, sei „die gefährlichste taktisch-operative Infrastruktur, an die ich mich in den letzten Jahren erinnern kann“, erklärte ein hochrangiger ehemaliger Offizier der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) gegenüber JNS.

Generalmajor a.D. Eitan Dangot, Israels ehemaliger Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Miryam-Instituts, verwies im Zuge seiner Einschätzung auf die Dutzenden bei Anti-Terror-Razzien verhafteten Hamas-Aktivisten sowie die große Anzahl sichergestellter Selbstmordwesten und Waffen.

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Der Shin Bet gab vergangenen Woche bekannt, dass er zusammen mit den IDF eine Zelle zerschlagen habe, die von hochrangigen Hamas-Agenten im Ausland, darunter dem für das Westjordanland zuständigen Leiter der Hamas-Terroroperationen, Salah Al-Arouri (der auch stellvertretender Hamas-Chef ist), gesteuert wurde.

Versuch der Übernahme des Westjordanlandes

Dangot brachte die jüngsten Entwicklungen mit den Spaltungen und Zerwürfnissen innerhalb der herrschenden Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ramallah und ihres Führers Mahmoud Abbas in Verbindung.

Er wies darauf hin, dass Hebron und seine Umgebung eine bekannte Hamas-Hochburg und ein Hotspot für Hamas-Aktivitäten seien, fügte aber hinzu, dass auch in Dschenin und Umgebung ein Anstieg bewaffneter Aktivitäten zu verzeichnen sei.

Das Gebiet sei traditionell ein Hotspot des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ), es sei aber auch bekannt für den Widerstand gegen Abbas‹ Herrschaft durch Fatah-nahe Milizen wie den Tanzim , erklärte Dangot.

„Die Hamas ist keinen Millimeter von ihrer ideologischen Verpflichtung auf die Zerstörung Israels abgerückt und setzt dies schrittweise um. Ihr militärischer Flügel baut seine Kräfte aus und engagiert sich in militärischen Auseinadersetzungen gegen Israel, wie dem Konflikt im Mai.

Aufgrund organisatorischer Probleme und weitergehender Erwägungen, die sich aus der quasi-staatlichen Herrschaft der Hamas über die Bevölkerung in Gaza ergeben, entscheidet sich die Organisation auch für Zeiten der Ruhe, je nachdem, wie sie ihre Interessen zu einem bestimmten Zeitpunkt am besten vertreten sieht.“

Angesichts der Tatsache, dass der Gazastreifen als Basis für einen Krieg mit Israel immer wieder an seine Grenzen stößt, hat sich die Hamas auch eine strategische Rolle für das Westjordanland vorbehalten, so Dangot.

Abgesehen davon, dass sie die Westbank als Basis für Terroranschläge gegen israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte nutzt, ist die Hamas bestrebt, ihren Einfluss in den derzeit von der PA beherrschten Gebieten „Schritt für Schritt“ auszuweiten, mit dem „Ziel, die die PLO zu unterwandern und das Westjordanland scheibchenweise zu übernehmen“, fügte er hinzu.

Dangot führte aus, dass es, seit Abbas im Januar dieses Jahres Wahlen angesetzt habe, bereits Anzeichen für den Tag nach dem Ende seiner Ära gebe – und dass diese Anzeichen „sich immens verstärkt haben, als Abbas Ende April die Wahlen absagte.“

Fokus auf Jerusalem

In der Zwischenzeit habe die Hamas den Osten Jerusalems als eine Art „Nebenziel“ für ihre terroristischen Aktivitäten auserkoren. Die Organisation zündelt dort ständig „um die Situation am Köcheln zu halten und durch anagitierte Bewohner Jerusalems weiter anzuheizen, um so sicherzustellen, dass die Flamme des Konflikts niemals erlöscht“, so Dangot.

Zu den gewählten Mitteln gehören Zusammenstöße auf dem Tempelberg, das Ausnutzen von Spannungen rund um das Viertel Sheikh Jarrah sowie die Stärkung der Hamas-Präsenz im Osten Jerusalems.

All diese Aktivitäten sollen den Palästinensern signalisieren, dass die Hamas ihre Interessen wahrnimmt und sich um Jerusalem kümmert – ein Anliegen, das laut Dangot einen zentralen Aspekt des Aufrufs der Hamas zu den Waffen darstellt.

Im Westjordanland kommt es unterdessen zu einer Schwächung von Recht und Ordnung, was „die Möglichkeiten der Hamas weiter stärkt“, so Dangot.

„Die Hamas erkennt diesen Trend und weitet ihren Einfluss aus, durch Aufwiegelung, durch die Aktivitäten ihres Terrorchefs Al-Arouri und durch die Bereitstellung von Ressourcen. In der Zwischenzeit spielt die Hamas in Gaza das ‚Arrangement-Spiel‘.“

Mit diesem Begriff bezog sich Dangot auf die unter ägyptischer Vermittlung laufenden Gespräche, um einen stabileren Waffenstillstand mit Israel zu erreichen und Lösungen für die zerstörte Wirtschaft in Gaza zu finden.

„Das ist eine Illusion. Ich nenne dies bestenfalls eine vorübergehende Waffenruhe. Die Hamas weiß, dass sie gegenüber Ägypten und Katar den Kopf einziehen muss, während sie zugleich auf die nächste Gelegenheit zum Losschlagen wartet.“

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Israel am Scheideweg

Neben den Terroraktivitäten der Hamas stellen für Dangot die Ausschreitungen in Israel während des Konflikts im Mai „das dringendste Problem dar, um das sich Israel kümmern muss: die Souveränität und die Unruhen innerhalb seiner Grenzen.“

Dangot sagte, dass ein „kleiner, aber problematischer Teil des arabisch-israelischen Sektors“ die Spannungen ausnütze, und dass eine Kombination aus kriminellen und nationalistischen Motiven zu einem noch nie dagewesenen Ausmaß an Gewalt innerhalb Israels geführt habe.

Diese Situation sei besorgniserregender als die Sicherheitsprobleme im Westjordanland, da Israel dort über eine starke nachrichtendienstliche Präsenz verfüge und in der Lage sei, seine Streitkräfte wirksam zu einzusetzen, während es mit der Palästinensischen Autonomiebehörde das gemeinsame Interesse an Stabilität teile.

Auf der anderen Seite versuchen feindliche Elemente, Waffen in den arabischen Sektor Israels zu bringen, die unter anderem aus radikalen schiitischen Quellen aus Syrien und dem Irak über Jordanien und das Westjordanland nach Israel geschmuggelt werden.

„Israel ist an einem Scheideweg angelangt. Im Inneren muss es seine Souveränität wiederherstellen und sich mit den widerständischen Gruppen auseinandersetzen. Das bedeutet, Aufwiegler zu verhaften, Waffen zu beschlagnahmen und Abschreckung [gegenüber den Herausforderungen der inneren Sicherheit] zu schaffen.

Das ist die oberste Priorität und sie erfordert ein neues strategisches Konzept und den Aufbau einer angemessenen Truppe – in diesem Fall einer Nationalgarde mit ausreichenden Ressourcen.

Auch bei der israelischen Polizei sollten strukturelle Änderungen vorgenommen werden, indem der südliche Bezirk in zwei neue Bezirke aufgeteilt wird. Ein Randbezirk würde kleine, schnell reagierende Kräfte erhalten, während größere Kräfte um die Stadt Be’er Sheba konzentriert werden könnten.

Diesen Problemen und ihrer Lösung muss sofortige Aufmerksamkeit zuteilwerden. Auch die Einheiten des Heimatfrontkommandos könnten in eine solche Nationalgarde überführt werden.“

Israel dürfe nicht zulassen, dass die Hamas ihr Kräfte zwischen dem Gazastreifen und anderen Gebieten wie dem Westjordanland und sogar dem Ausland aufteilt.

„Deshalb muss Israel reagieren. Es muss aufzeigen, wie die Hamas im Gazastreifen, im Libanon, in der Türkei und in Katar den Terrorismus orchestriert, und es muss gegen diejenigen vorgehen, die an dieser Orchestrierung beteiligt sind. Dazu gehören gezielte Schläge und Angriffe auf Waffenlager.

Wir dürfen uns nicht davor fürchten, dass durch solch ein Vorgehen die Ruhe in Gaza gestört wird. Was hat uns diese Ruhe gebracht? Sie hat die Hamas nicht davon abgehalten, ihre Streitkräfte aufzustocken. Wir befinden uns in einer Situation, in der die Hamas gegenüber Ägypten viel zu verlieren hat – daher wird sie es sich dreimal überlegen, bevor sie [in Gaza] handelt.«

(Der ArtikelLatest Hamas terror infrastructure ‘the most dangerous in recent years’“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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