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Jüdische Führungspersönlichkeiten besuchen Saudi-Arabien

Die saudi-arabische Hauptstadt Riad
Die saudi-arabische Hauptstadt Riad (Quelle: JNS)

Die Mitglieder der Republican Jewish Coalition reisten nach Saudi-Arabien, um die Offenheit gegenüber einem Frieden mit Israel auszuloten und neue Netzwerke zu knüpfen.

Josh Hasten

Anfang dieses Monats wurde bekannt, dass eine Gruppe von 15 jüdischen Führungspersönlichkeiten aus den Reihen der US-Republikaner im Juni dem Königreich Saudi-Arabien einen Besuch abstattete, um zu versuchen, die Normalisierung im Rahmen des Abraham-Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und den Golfstaaten voranzutreiben.

Die private Initiative ermöglichte es der Gruppe, mit hochrangigen saudischen Regierungsvertretern und Mitgliedern der saudischen Königsfamilie zusammenzutreffen, um sich für den Frieden einzusetzen.

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Vor ihrer Ankunft in Riad machte die Gruppe in Israel Halt, um sich mit Regierungsvertretern zu besprechen, und flog dann in die Vereinigten Arabischen Emirate, um sich auch dort mit Spitzenbeamten zu treffen.

„Definitiv machbar“

Phil Rosen, ein in New York ansässiger Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Republican Jewish Coalition (RJC) sowie stellvertretender Vorsitzender der Birthright Israel Foundation, erklärte gegenüber JNS, dass die Reise aufgrund gewisser Befindlichkeiten zwischen der Regierung Biden und den Saudis erst jetzt, mehrere Monate später, bekannt gegeben werden konnte.

Zum Zweck der Mission sagte Rosen:

„Angesichts der Tatsache, dass der Schirmherr des Abraham-Abkommens [gemeint ist die Trump-Administration] nicht mehr im Amt ist, eine Lücke entstand. Wir haben versucht, diese Lücke zu füllen, indem wir die Emirate ermutigt haben, die Abkommen weiter voranzutreiben und die Saudis zu ermutigen, mitzumachen.“

Bei seiner Ankunft in Saudi-Arabien sagte Rosen, der bereits in der Vergangenheit in das Königreich gereist war, dass ihm aufgefallen sei, wie viele Fortschritte in den letzten Jahren bei der Verwestlichung des Landes gemacht worden seien. Er stellte fest, dass in Bezug auf die religiösen Rechte und die Rechte der Frauen enorme Fortschritte gemacht wurden.

Rosen erzählte, dass er „1993 auf Bitten von Shimon Peres“, dem damaligen israelischen Außenminister, „ich gebeten wurde, zu prüfen, ob die arabischen Länder, insbesondere Saudi-Arabien, an Frieden interessiert waren.“

Rosen sagte, er sei mit großem Zweifel aus Saudi-Arabien zurückgekommen und habe Peres gesagt, dass es mindestens ein oder zwei Jahrhunderte lang keinen Frieden geben würde. „Aber heute“, so berichtete er, „habe ich das starke Gefühl, dass wir an der Schwelle zu etwas Großem stehen. Es ist definitiv machbar.“

„Ich gebe der gegenwärtigen US-Regierung eine Chance zu beweisen, dass sie es will. Sie wissen, dass es gut für uns Amerikaner und definitiv gut für Israel und Saudi-Arabien ist. Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun. Es könnte einen lebenslangen Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt bedeuten.“

Frieden mit Israel im Interesse der Saudis

Eric Levine, ebenfalls Rechtsanwalt aus New York und RJC-Vorstandsmitglied, der an der Reise teilnahm, sagte gegenüber JNS, dass in ihren Gesprächen in Saudi-Arabien „nicht die Frage ‚ob‘, sondern die Frage ‚wann‘ der Frieden mit den Israelis eintreten wird, dominiert habe. Das ist eindeutig die Botschaft, die ich mitgenommen habe.“

„Schauen Sie sich an, was hier passiert. Als wir in die Vereinigten Arabischen Emirate reisten, flogen wir über saudischen Luftraum. Wenn Sie mir als Jude vor fünf Jahren gesagt hätten, dass wir den saudischen Luftraum überfliegen können, hätte ich Sie für verrückt erklärt.

Wenn eine Eisenbahnlinie von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Haifa gebaut wird, muss sie durch saudisches Gebiet führen; und wenn es eine technische Infrastruktur zwischen dem Golf und Israel gibt, muss sie durch saudisches Gebiet führen.

Länder haben Interessen, sie haben nicht unbedingt Freunde, und die Saudis sind zu dem Schluss gekommen, dass es in ihrem nationalen Interesse liegt, mit den Israelis Frieden zu schließen.“

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Gleichzeitig sagte Levine, dass eine Normalisierung mit Israel für die Saudis aus demografischer Sicht sinnvoll ist, da 70 Prozent der Bevölkerung unter 35 Jahre alt ist und sie erkennen, wie wichtig ein modernisiertes, westlich orientiertes Bildungssystem für die nächste Generation ist.

Levine glaubt, dass sie jetzt erkennen, dass „die wahhabitische Denkweise in diesen Madrasas [Bildungseinrichtungen] ein Ende finden wird.“

„Wie sie uns gesagt haben, haben sie erkannt, dass sie diese Madrasas schließen müssen. Anstatt ‚Tötet die Ungläubigen‘, ‚Tötet die Juden‘, ‚Zerstört Amerika‘ zu lehren, lehren sie jetzt Mathematik, Wissenschaft, Philosophie, westliches liberales Denken, um die Jugend ins 21. Jahrhundert.

Das einzige Land, an das sie sich wenden können, um ihnen dabei zu helfen, ist Israel. Sie brauchen die Technologie; sie müssen in der Lage sein, die Wüste zum Blühen zu bringen; sie brauchen Bewässerung; sie wollen sich auf 5G umstellen usw. Gibt es einen besseren Ort, um diese Technologie zu erhalten, als Israel, direkt in ihrem Hinterhof?“

Zum Thema Sicherheit sagte Levine, die Saudis hätten deutlich gemacht, „dass die drei größten Bedrohungen für sie der Iran, die Muslimbruderschaft und die Türkei sind, zusätzlich zum Jemen.“ Er berichtete auch, dass saudische Beamte sich fragten, warum die Vereinigten Staaten die Houthis im Jemen – die iranischen Stellvertreter, die Raketenangriffe auf Saudi-Arabien verüben – nicht als eine Terrorgruppe ähnlich der Hisbollah im Libanon betrachten.

Zusammenfassend sagte Levine:

„Aus demografischer Sicht, um ihrem Volk Hoffnung zu geben, und aus der Perspektive der nationalen Sicherheit, um sich gegen den Iran zu verteidigen, brauchen die Saudis Israel und sind sehr besorgt über die Zuverlässigkeit der Vereinigten Staaten.“

„Keine einmalige Sache“

Rosen merkte an, dass er plane, im Januar mit einer anderen Gruppe nach Saudi-Arabien zurückzureisen, „um zu zeigen, dass dies keine einmalige Sache war.“

„Politiker werden Ihnen sagen, dass sie keine Ahnung haben, wann der Frieden mit den Saudis kommt“, aber diejenigen, die die politischen Befindlichkeiten ignorieren können, wie ich, sind sowohl optimistisch und warte ungeduldig auf den Frieden.“

(Der Artikel Jewish leaders visit Saudi Arabia to assess openness towards Israel, form budding networks“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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