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Journalist: Libanon von iranischer Miliz namens Hisbollah besetzt

Der libanesische Journalist Nadim Koteich
Der libanesische Journalist Nadim Koteich (Quelle: MEMRI)

Der libanesische Journalist Nadim Koteich fordert sein Land auf, Frieden mit Israel zu schließen und sich vom iranischen Regime unabhängig zu machen.

Der libanesische Journalist Nadim Koteich sagte in einem Interview mit dem Sender MBC TV, der Libanon müsse sich aus der Geiselhaft der vom Iran gesteuerten Terrororganisation Hisbollah befreien und den Abraham-Abkommen beitreten, um Frieden mit Israel zu schließen.

»Der Libanon wurde gekapert. Unser Land ist von einer iranischen Miliz namens Hisbollah besetzt. So einfach ist das. Niemand im Libanon hat die Macht, diese Miliz zum Verschwinden zu bringen oder ihre grundlegenden Fähigkeiten im Allgemeinen wie ihre Waffen im Besondern zu eliminieren. Niemand ist dazu in der Lage.

Wann wird das möglich sein? Nur, wenn es einen Wechsel im Iran gibt. Kommunistische Parteien überall auf der Welt blieben so lange stark, bis … In der Politikwissenschaft geht man davon aus, dass ein Parteiencluster so stark ist wie sein Zentrum. Die kommunistischen Parteien in Polen oder im Jemen waren so stark wie die Sowjetunion. Als die Sowjetunion zusammenbrach, wurde aus all diesen kommunistischen Parteien wenig mehr als eine Erinnerung aus der Vergangenheit.«

Heute, so fuhr Koteich in dem von MEMRI übersetzten Video fort, sei es schwierig, sich vorzustellen, dass kommunistische Parteien Macht hätten. Sie seien geradezu inexistent und es gebe wohl mehr Pandabären auf der Welt als kommunistische Parteien:

»Einfach gesagt: Es kann keinen Wechsel im Libanon geben, bevor es einen Wechsel im Iran gibt. (…) Ein Pessimist ist ein Optimist, der die Wahrheit kennt. Aber ich bin nicht pessimistisch. Die Hisbollah wird nicht ewig existieren, und der Iran wird nicht für immer von diesem rückständigen Regime regiert werden. Das ist unmöglich. Wenn wir zehn bis fünfzehn Jahre in Zukunft blicken, werden wir – da bin ich mir sicher – einen andern Iran sehen.«

Der einzige logische Weg für den Libanon sei es, endlich Frieden mit Israel zu schließen.

»Welches Problem haben wir mit Israel? Wenn wir die Themen vergessen, die manche Ideologen heraufbeschwören – Palästina, Jerusalem, was auch immer … Gut, ich unterstütze die Frage der Palästinenser, ich unterstütze die palästinensischen Rechte, ich unterstütze ihr Recht, einen Staat zu haben. Was auch immer …

Aber die Mehrheit der Libanesen ist überzeugt, dass sie eines Tages aufwachen und kein Israel mehr in ihrer Nachbarschaft finden. Wer auch immer das erzählt, ist ein Lügner. Israel ist eine gemachte Sache im Nahen Osten.«

Er selbst habe vielleicht eine paar Probleme mit Israel »über den Verlauf der Blauen Linie«, mit Israel als Land aber habe er keine. Überhaupt gäbe es keine zwei benachbarten Länder, die nicht irgendeine Form von Grenzkonflikt hätten. Aber der Konflikt zwischen Israel und dem Libanon sei kleiner als der zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), zwischen Mexiko und den USA oder zwischen Frankreich und Deutschland:

»Dabei darf der Libanon nicht bloß neutral bleiben. Der Libanon muss Teil der Abraham-Abkommen werden. Er muss einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnen. Er muss diesen Konflikt beenden, in den er sich aufgrund von Interessen, von denen niemand weiß, welche es eigentlich sind, die aber nichts mit dem libanesischen Volk zu tun haben, verstrickt hat.«

Der Libanon müsse Teil des Energiesektors im östlichen Mittelmeer werden, insofern die nächste Dekade von zwei Dingen geprägt sein werde: Einerseits dem wirtschaftlichen Aufschwung auf der Basis moderner Entwicklungen wie in Saudi-Arabien und den VAE, andererseits dem Frieden mit Israel. Wer da nicht mithalten könne oder wolle, werde zu den Verlieren zählen. Manche mögen zwar »Tod für Amerika!« schreien, aber es sind nicht Amerikaner, die sterben, sondern Libanesen.«

Auf die Nachfrage des Interviewers, warum die Hisbollah, auf die Koteisch Bemerkung bezogen war, immer wieder auf solche Slogans zurückgreife, antwortete der Journalist abschließend:

»Weil es einfach ist. Es ist einfach, Menschen der Verrats zu bezichtigen und sie einzuschüchtern. Deswegen muss das Israel-Tabu gebrochen werden. Wir werden niemals in der Lage sein, die Waffen der Hisbollah loszuwerden, wir müssen die Ursache loswerden. (…)

Der größte sunnitische Block in der Region ist auf dem Weg, Frieden mit Israel zum machen. Glauben Sie wirklich, dass drei oder vier Dörfer im Südlibanon [wo die Hisbollah ihre Hochburgen hat; Anm. Mena-Watch] das aufhalten werden?«

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