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Jordanien: Weiterhin Antisemitismus und Israelfeindschaft in Schulbüchern

Mädchen in einer Grundschule in Jordanien
Mädchen in einer Grundschule in Jordanien (© Imago Images / Dreamstime)

Dass Jordanien ein Verbündeter des Westens und Friedenspartner Israels ist, macht das Fortbestehen antisemitischer und gewaltverherrlichender Narrative besonders alarmierend.

32 Jahre nach dem Friedensschluss zwischen Israel und Jordanien enthalten jordanische Schulbücher immer noch antisemitische Inhalte, die sowohl zutiefst feindselig gegenüber dem Staat Israel sind als auch gewalttätige Interpretationen des Dschihad fördern, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie ergab. Der Bericht der in London ansässigen Beobachtungsstelle IMPACT-se über die aktuellen Schulbücher in dem arabischen Land kommt zu dem Ergebnis, dass neben allgemeinen Botschaften der Toleranz weiterhin auch Antisemitismus, Feindseligkeit gegenüber Israel und die Rechtfertigung von Gewalt vorherrschen.

Die Untersuchung von 125 Lehrbüchern, die im Schuljahr 2025/2026 Verwendung finden und von denen ein Viertel neu veröffentlicht wurde, deckte eine anhaltende negative Darstellung von Juden auf. Das von Juden und Israel gezeichnete Bild ist dabei durch Stereotypen und antisemitische Klischees gekennzeichnet sowie durch einen auffälligen Mangel an Holocaust-Aufklärung.

Auf taube Ohren gestoßen

Ein in der Studie zitiertes Lehrbuch für die 9. Klasse lehrt, dass »Verrat und Vertragsbruch zu den Merkmalen der Juden und ihren natürlichen Eigenschaften gehören«. Ferner werden die Schüler angewiesen, »über die Gründe für die Bemühungen der Juden nachzudenken, die Muslime zu vernichten«.

Bezeichnenderweise ist Israel in den Lehrbüchern aus den Landkarten getilgt, während das gesamte Gebiet als »Palästina« bezeichnet wird. Zugleich werden israelische Handlungen in den neuen Lehrbüchern in feindseligen und verschwörerischen Begriffen als Taten einer »Siedlerkolonialbewegung« dargestellt werden. Selbst das am 26. Oktober 1994 unterzeichnete israelisch-jordanische Friedensabkommen wird als »widerwilliges Zugeständnis« präsentiert, so das Forschungsinstitut in seinem Bericht. Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 wiederum wird »in den Lehrbüchern fortwährend als Reaktion auf israelische Unterdrückung gerechtfertigt und in erster Linie als militärisch ausgerichtete Operation dargestellt«.

Dass Jordanien ein wichtiger Verbündeter des Westens und langjähriger Friedenspartner Israels ist, »macht das Fortbestehen antisemitischer Narrative, die Verherrlichung des Märtyrertums und die Feindseligkeit gegenüber Israel in den neu eingeführten Schulbüchern besonders alarmierend«, sagte IMPACT-se-Geschäftsführer Marcus Sheff.

Sheff merkte an, dass die Bedenken, die gegenüber den Jordaniern hinsichtlich des Lehrplans des letzten Jahres geäußert worden waren, offensichtlich auf taube Ohren gestoßen sind. »Trotz der Veröffentlichung neuer Materialien für das aktuelle Schuljahr bleiben viel zu viele der problematischen Themen unverändert und stehen in direktem Widerspruch zu der Mäßigung und Koexistenz, die Jordanien der Welt gegenüber propagiert.«

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