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Jordanien ist „die östliche Sicherheitszone gegen den Iran“ für Israel

US-Außenminister Antony Blinken zu Besuch bei König Abdullah II von Jordan in Amman am 26. Mai 2021
US-Außenminister Antony Blinken zu Besuch bei König Abdullah II in Jordaniens Hauptstadt Amman am 26. Mai 2021 (Quelle: JNS)

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz unterstreicht, dass pragmatische Staaten wie das benachbarte Jordanien gegen die Bedrohung durch den Terror gestärkt werden müssen.

Yaakov Lappin

Während die Auswirkungen des jüngsten israelischen Konflikts mit der Hamas im Gazastreifen anhalten, hat Israels Verteidigungsminister Benny Gantz in den letzten Tagen wiederholt von der Notwendigkeit gesprochen, eine „Koalition der Pragmatiker in der Region“ zu stärken, zu der auch Jordanien gehöre.

Gantz reiste am Mittwoch in die Vereinigten Staaten, um mit Vertretern des amerikanischen Verteidigungsministeriums über die regionale Sicherheit nach dem Waffenstillstand vom 21. Mai zu diskutieren.

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Jordanien zentral für Israels Sicherheit

Im Gespräch mit JNS sagte Oberst (a.D.) Shaul Shay, ehemaliger stellvertretender Leiter des Nationalen Sicherheitsrates Israels, dass das haschemitische Königreich ein kritischer Bestandteil der nationalen Sicherheit Israels sei. „Der erste Grund ist der Krieg gegen den Terror“, sagt Shay, ein Senior Research Fellow am International Institute for Counter-Terrorism, der auch als Nachrichtenoffizier für das Südkommando der IDF diente.

„Die Fakten sprechen für sich selbst. Die jordanische Grenze, die die längste Grenze Israels ist, ist zu unserem Glück eine Grenze, an der es extrem selten zu Terroranschlägen kommt. Dies ist zu einem großen Teil den effizienten Operationen der jordanischen Sicherheitskräfte zu verdanken, die seit Jahrzehnten in Koordination mit Israel arbeiten und es geschafft haben, diese Grenze so ruhig wie möglich zu halten“, erklärt Shay.

Eine zweite, umfassendere und strategischere Überlegung, so fügte Shay hinzu, ist die wichtige Rolle, die Jordanien als östliche Sicherheitszone spielt, die die vom Iran ausgehende Bedrohung von Israels Grenzen fernhält.

Angesichts der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten beabsichtigen, sich aus dem Irak zurückzuziehen, wo der Iran eine massive Präsenz unterhält, sowie angesichts der iranischen Präsenz in Syrien, gegen die Israel regelmäßig kämpft, „kann man die Bedeutung Jordaniens als Land kaum überbewerten“, sagt Shay. „Sollte es unter iranischen Einfluss und iranische Infiltration geraten, würde dies eine schwerwiegende Entwicklung darstellen.“

Jordanien verhindere eine iranische Übernahme der Ostflanke Israels und sei damit ein wichtiger strategischer Aktivposten, sagte er. Folglich diene die Investition in gute Beziehungen zu Jordanien den wichtigsten Sicherheitszielen Israels.

„Jordanien und der Iran stehen sich absolut feindlich gegenüber. Aus der Sicht Jordaniens ist der Iran eine ernsthafte Bedrohung. Bis 2018 hatte Jordanien mit zwei großen Bedrohungen zu kämpfen. Die eine war der Islamische Staat, der drohte, sich von dem von ihm kontrollierten Gebiet im Irak und in Syrien auf Jordanien auszubreiten. Die zweite Bedrohung ist der Iran“, sagt Shay.

„Jetzt hat die Bedrohung durch den IS stark abgenommen und bleibt hauptsächlich in Form von Terrorismus bestehen. Aber die iranischen Ambitionen auf regionale Hegemonie bleiben bestehen, und sind heute die zentrale Bedrohung für Jordanien“, fügte er hinzu.

Die Islamische Republik würde gerne den Sturz des haschemitischen Königreichs sehen, das sie als „US-Kollaborateur“ betrachtet und das aufgrund seines Friedensvertrags mit Israel ein Hindernis für die iranischen Übernahmeambitionen darstellt. „Aus dieser Perspektive entspricht Jordanien nicht den iranischen Vorstellungen in der Region. Teheran würde ein Regime bevorzugen, das ihm freundlich gesinnt ist und nicht den USA“, sagt Shay.

Unter einem anderen Regime könnte Jordanien als Aufmarschgebiet für iranische Infiltrationsbemühungen ins Westjordanland dienen, und Teheran könnte beginnen, seinen zerstörerischen Einfluss und seine Mittel zur Terrorfinanzierung auch auf dieses Gebiet zu auszuweiten.

Beziehungen finden nicht in Vakuum statt

Auf die jüngsten diplomatischen Krisen zwischen der israelischen Regierung und Jordanien angesprochen, führt Shay aus, dass Ammans oberste Priorität das Überleben und die innere Stabilität sei.

„Alles, was das untergräbt, ist nicht in seinem Interesse – und ich würde hinzufügen: auch nicht in Israels Interesse. Gleichzeitig finden die Beziehungen nicht in einem Vakuum statt. Sie werden von den israelisch-palästinensischen Entwicklungen beeinflusst. Wenn die Spannungen mit den Palästinensern zunehmen, überträgt sich das natürlich auf die israelisch-jordanischen Beziehungen“, sagt er.

Nach einigen Schätzungen sind etwa 60 Prozent der Jordanier palästinensischer Herkunft. Im Königreich gibt es auch eine islamistische Oppositionsbewegung. „Man muss bedenken, dass es innerhalb Jordaniens einen starken Widerstand gegen die Beziehungen mit Israel gibt. Wenn also die Spannungen in Israel und der Westbank/Gaza zunehmen, führt das zu inneren Spannungen in Jordanien, zusätzlich zu dem Druck, dem es von außen ausgesetzt ist.“

Wie der jüngste Gaza-Konflikt und die Gewalt in Jerusalem zeigen, seien lokale Ausbrüche praktisch regelmäßig garantiert. Dennoch haben sowohl Israel als auch Jordanien „gelernt, diese Ausbrüche zu überwinden und das zu schützen, was wirklich wichtig ist“, betonte Shay.

Auf die Frage, ob er die Stabilität Jordaniens für sicher halte, antwortet Shay, dass man seit der Welle der Revolutionen im Nahen Osten 2011 „nicht mehr sagen kann, dass irgendetwas sicher ist. Aber ich hoffe, dass das haschemitische Königreich seine Fähigkeit beibehält, sich selbst zu schützen.“

Israel solle zur Stabilität Jordaniens beitragen, indem es in wirtschaftlichen Fragen und bei zentralen Infrastrukturproblemen hilft. Im April stimmte Israel Berichten zufolge zu, die Wassermenge, die es an Jordanien liefert, über die im Friedensvertrag von 1994 festgelegte Menge hinaus zu erhöhen.

„Es ist im Interesse beider Seiten, diese Beziehung aufrechtzuerhalten“, sagt Shay. „Je stabiler die Beziehungen zwischen ihnen sind, desto mehr werden beide Seiten davon profitieren.“

(Der ArtikelJordan is ‘the eastern security zone against Iran’“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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