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Jordanien: Häusliche Gewalt während Corona stark angestiegen

Frauen in Jordanien sind stark von Gewalt betroffen
Frauen in Jordanien sind - nicht nur - während Corona stark von Gewalt betroffen (© Imago Images / Xinhua)

Während das gesellschaftliche Bewusstsein für geschlechterspezifische Gewalt immer noch mangelhaft ist, nehme das Interesse der Medien zu, was Experten für einen wichtigen Schritt halten.

Laut einem von der internationalen Hilfsorganisation Oxfam und dem Zeyam Research Centre veröffentlichten Bericht hat die häusliche Gewalt gegenüber Frauen in Jordanien während der Corona-Pandemie stark zugenommen.

So hat die Familienschutzabteilung während des Lockdowns von März bis Mai 2020 einen Anstieg um 33 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2019 registriert. Zugleich ist es seit 2020 laut verschiedener NGO zu mindestens 17 Frauenmorden gekommen.

Während der Lockdownphase des Jahres 2020 wurden den Sozialfürsorgebüros in der Familienschutzabteilung 1.685 Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet: 932 davon betrafen Gewalt gegen Frauen, 735 Taten wurden gegen Kinder verübt. Im selben Zeitraum nahmen Frauenhäuser mindestens 104 Frauen und Kinder auf, die vor ihren gewalttätigen Männern flüchten mussten.

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Der Direktor des Zeyam Research Centre, Roman Haddad, erklärte in einem Statement gegenüber der Jordan Times, es gebe in der jordanischen Gesellschaft zwar noch kein ausgeprägtes Bewusstsein für das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt, um eine nachhaltige Verbesserung herbeizuführen, das Interesse der Medien, darüber zu berichten, nehme aber zu:

»Das kann uns dabei helfen, zukünftig eine Gesellschaft aufzubauen, die häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen ablehnt.«

Haddad ist der Überzeugung, dass eine vermehrte Berichterstattung über Gewalttaten dieser Art viele Frauen dazu ermutigen könnte, über ihre eigene Lebensgeschichte zu berichten:

»So wird aus einer Dunkelziffer, über die niemand spricht, eine reale Zahl, die aus dem Thema ein reales Problem macht, zu dessen Lösung es nicht nur eine Änderung des Bewusstseins, sondern klarer und strikter Gesetze bedarf.«

Während Gesetze dabei helfen könnten, die Gewalttäter zu bestrafen und so die Zahl der Verbrechen zu reduzieren, müsse auch die Gesellschaft offen sein für die Notwendigkeit einer Veränderung, sagte Haddad ­– und hier würden die Medien ins Spiel kommen.

Das Vorstandsmitglied der Jordan Press Association, Khaled Qudah, stimmt den Worten Haddads zu und bekräftigte, der beste Weg, das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt zu lösen, bestehe darin, seine Existenz nicht länger zu verleugnen, sondern offen einzugestehen und nach seinen Gründen und Ursachen zu suchen:

»Leider sind Frauen dieser Gewalt überall ausgesetzt, sei es zu Hause, sei es bei der Arbeit. Das Phänomen ist zu einem alltäglichen Teil ihres Lebens geworden, und das macht es so gefährlich.«

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Dies sei auch eines der Hauptprobleme, mit denen Medien in ihrer Berichterstattung konfrontiert sind, bestätigte Qudah gegenüber der Jordan Times. Journalisten im Allgemeinen hätten mit diesem Problem zu kämpfen, aber Journalistinnen im Besonderen wären auch im Zuge ihrer täglichen Arbeit unmittelbar von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen.

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