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Waffenschmuggel ins Westjordanland durch jordanischen Abgeordneten

Israelisch-jordanischer Grenzübergang
Israelisch-jordanischer Grenzübergang (Quelle: Pawel Ryszawa / CC BY-SA 4.0)

Nach unbestätigten Meldungen wurde ein jordanischer Abgeordneter von israelischen Sicherheitskräften bei dem Versuch, Waffen über die Grenze zu transportieren, in Haft genommen.

Israel habe einen jordanischen Parlamentarier verhaftet, der in Verdacht steht, über zweihundert Waffen sowie einhundert Kilogramm Gold ins Westjordanland geschmuggelt zu haben, wie das jordanische Außenministerium am Sonntag mitteilte. Nach Angaben der jordanischen Nachrichtenagentur Ammon erfolgte die Festnahme am Samstagabend am Grenzübergang Allenby-Brücke, als der Abgeordnete Imad al-Adwan mit dem Auto nach Israel unterwegs war. Die Zollbeamten, die eigentlich keine Parlamentsabgeordneten kontrollieren dürfen, erhielten Berichten zufolge nachrichtendienstliche Informationen über al-Adwan und führten daraufhin eine Kontrolle durch.

Ein in den sozialen Medien kursierendes Video zeigt rund ein Dutzend AR-15-Sturmgewehre und etwa zweihundert Handfeuerwaffen, die von israelischen Beamten katalogisiert werden. Die israelischen Behörden weigerten sich jedoch, dazu Stellung zu nehmen, ob es sich dabei wirklich um die in al-Adwans Auto beschlagnahmten Waffen handelt. Die Polizei verhängte eine Nachrichtensperre über den Fall, sodass viele Details von den israelischen Medien nicht veröffentlicht werden dürfen. Das israelische Außenministerium lehnte es ebenfalls ab, sich zu diesem Vorfall zu äußern.

Zwischenzeitlich beschuldigte der ehemalige jordanische Parlamentsabgeordnete Tarek Khoury Israel, den Goldfund erfunden zu haben, um »aus der Heldentat einen Fall von Schmuggel zu machen«. Der israelische Nachrichtensender Channel 12 meldete, ohne Quellen zu nennen, ebenfalls, dass in al-Adwans Fahrzeug kein Gold gefunden worden sei.

In den vergangenen Monaten wurde das Westjordanland von einer Welle der Gewalt und Terroranschlägenheimgesucht, die durch eine Flut von illegalen Waffen, darunter viele aus Jordanien geschmuggelte Gewehre, begünstigt wurden.

Verschärfte Spannungen

Der Vorfall vom Wochenende dürfte die ohnehin schon hohen Spannungen zwischen Amman und Jerusalem noch weiter verschärfen. Nach Angaben des öffentlichen Rundfunksenders Kan weigerte sich der jordanische Außenminister Ayman Safadi, Anrufe seines israelischen Amtskollegen Eli Cohen entgegenzunehmen, nachdem die Nachricht von dem Vorfall bekannt geworden war. Jordanien hat Jerusalem wiederholt wegen eines Vorfalls während des Ramadans gemaßregelt, bei dem Polizisten in die Al-Aqsa-Moschee eingedrungen waren, um gegen palästinensische Randalierer vorzugehen, und dabei gefilmt wurden, wie sie einige von ihnen schlugen. 

Vor den jüngsten Spannungen um den Tempelberg hatte Amman den israelischen Gesandten wegen der Rede des rechtsextremen Finanzministers Bezalel Smotrich vorgeladen, die dieser im letzten Monat auf einer Konferenz in Paris gehalten hatte und in der er, vor einer Karte eines »Groß-Israel«, welches das heutige Jordanien einschließt, stehend, behauptet hatte, das palästinensische Volk sei eine »Erfindung«. Einige Tage zuvor hatte Smotrich international für Empörung gesorgt, als er dazu aufrief, die palästinensische Stadt Huwara im Westjordanland »auszulöschen«, nachdem dort zwei israelische Brüder bei einem Terroranschlag getötet worden waren.

In einem Anfang April veröffentlichten Interview forderte der erste jordanische Botschafter in Israel, Amman müsse angesichts der derzeitigen Hardliner-Regierung in Jerusalem seinen Ansatz in den Beziehungen zum jüdischen Staat ändern, und meinte, es gebe keine Chance mehr für eine Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt.

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