Jemen: Huthi-Rebellen drohen Saudi-Arabien mit neuen Angriffen

„Offenbar unbeeindruckt von der von den angeführten Koalition, intensivieren die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen ihre Drohungen gegen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Krieg im Jemen ist zunehmend mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran verflochten, was für die Jemeniten nichts Gutes verheißt. Am 25. Juli griffen die zaiditisch-schiitischen Houthis saudische Schiffe auf dem Roten Meer an. Den Houthi zufolge trafen sie ein saudisches Kriegsschiff. Die Saudis erklärten, es habe sich um zwei Öltanker gehandelt, und sie würden Öllieferungen durch die Bab el-Mandeb-Meerenge bis auf weiteres aussetzen. Es folgten keine weiteren Erklärungen und die Ölpreise sind nicht sprunghaft angestiegen. Die Aufständischen behaupteten außerdem, sie hätten eine Drohne entsandt, um den Flughafen von Abu Dhabi anzugreifen. Die Vereinigten Arabischen Emirate bestreiten dies.

Die Houthi erklärten, Abu Dhabi, Dubai und Riad sollten sofort evakuiert werden, da sie weitere Raketen und Drohnen gegen diese Städte einsetzen würden. In den iranischen Medien wurden die harschen Drohungen genüsslich auf den ersten Seiten widergegeben. Die Houthi rechtfertigen ihr Verhalten als angemessene Reaktion auf die seit vier Jahren anhaltenden Luftschläge der von den Saudis angeführten Koalition auf jemenitische Städte und die Blockade, die zu weit verbreiteter Unterernährung geführt hat. Bislang haben die Angriffe der Houthi mit Raketen und Drohnen wenig ausgerichtet. Die Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer haben wohl die größte Wirkung erzielt, sie haben aber nicht zur Schließung des strategisch bedeutsamen Nadelöhrs der Bab el-Mandeb-Meerenge geführt. Die Saudis und die Emerati haben die Angriffe auf ihre Hauptstädte heruntergespielt. Sie legen dagegen erhebliches Gewicht auf die Angriffe zur See, von denen sie sich eher internationale Unterstützung, insbesondere von den Vereinigten Staaten, erhoffen.

Allerdings weisen die Beharrlichkeit der Houthi und ihre sich im Laufe dieses Monats intensivierenden Drohungen eindeutig darauf hin, dass die Koalition sie noch immer nicht eingeschüchtert hat. Die Houthi kontrollieren noch immer Sanaa und andere Großstädte. Die Offensive der Koalition zur Eroberung der wichtige Hafenstadt Hodeidah hat den versprochenen ‚goldenen‘ Blitzsieg nicht erbracht. Sie könnte sich noch in einen beide Seiten zermürbenden blutigen Straßenkampf mit zahlreichen Opfern entwickeln, was die Saudis und Emirati aber gerne vermeiden würden.

Mit den Raketenangriffen ist zwangsläufig das Risiko eines katastrophalen Erfolgs verbunden. Sollte eine Rakete ein wichtiges ziviles Ziel in Riad oder Abu Dhabi treffen und Dutzende Zivilisten töten, stünden die Führungen Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate unter enormem Druck, nicht nur gegen Sanaa, sondern auch gegen Teheran Vergeltung zu üben. Der Iran scheint das provokante Verhalten der Houthi zu ermutigen. Der Iran und die Hisbollah tragen mit Knowhow und Ressourcen zum Raketenarsenal der Houthi bei. Den iranischen Medien zufolge sind die Saudis schwach und unter Druck. Teheran weiß nur zu gut, dass der saudische Kriegseinsatz im Jemen Riad finanziell enorm belastet, währen der Konflikt den Iran eher wenig kostet. Die Häme der Iraner gilt insbesondere Kronprinz Mohammed bin Salman, der auch als saudischer Verteidigungsminister fungiert.“ (Bruce Riedel: „Yemen war escalates as Houthis threaten UAE, Saudi Arabia)

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