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Jemen: Größte Hungersnot seit Jahrzehnten

Die Hungesrnot im Jemen wird immer schlimmer
Die Hungesrnot im Jemen wird immer schlimmer (© Imago Images / Xinhua)

Entwicklungshelfer beschreibt schreckliche Szenen in einem jemenitischen Krankenhaus, in dem hungernde und unterernährte Kinder wie Skelette aussehen.

Tom Ambrose, The Guardian

Die Lage im vom Bürgerkrieg zerrissenen Jemen wird von Experten als „sich rapide verschlechternd“ bezeichnet. Mindestens 5 Millionen Menschen stehen am Rande des Hungertods, und weitere 16 Millionen Menschen „bewegen sich auf eine Hungersnot zu“, während die humanitäre Krise des Landes außer Kontrolle gerät.

Das Welternährungsprogramm (WFP) äußerte große Besorgnis über die Zahl der Menschen, die in den kommenden Wochen und Monaten vom Hungertod bedroht sind. Der Exekutivdirektor des WFP, David Beasley, erklärte, die Versorgungsketten im Land seien unterbrochen worden und die Lebensmittelpreise seien in die Höhe geschnellt.

Beasley sagte: „Die Lebensmittelpreise und der Treibstoffmangel sind katastrophal. Wir haben 5 Millionen Menschen, die kurz vor einer Hungersnot stehen, wir haben 16 Millionen Menschen, die auf eine solche Hungersnot zusteuern.“

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Beasley erklärte vor der UN-Vollversammlung, dass die Organisation ohne weitere Finanzmittel gezwungen sein wird, die Nahrungsmittelrationen von 3,2 Millionen Menschen im Oktober zu kürzen – eine Zahl, die bis Dezember auf 5 Millionen Menschen anwachsen könnte.

Laut der WFP-Sprecherin für den Jemen, Annabel Symington, sagte, können sich die Jemeniten die Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten:

„Die Ursachen der Hungerkrise im Jemen sind komplex, aber die Auswirkungen auf die Jemeniten sind eindeutig. Die Abwertung des jemenitischen Riyal und die steigenden Lebensmittelpreise haben es den Menschen im Jemen unmöglich gemacht, sich Grundnahrungsmittel zu leisten. Wir brauchen 797 Mio. USD [680 Mio. €], um das derzeitige Hilfsniveau für die nächsten sechs Monate aufrechtzuerhalten, aber das WFP läuft Gefahr, ab Oktober keine Gelder für Nahrungsmittel mehr zu haben.“

Adam Kelwick, der humanitäre Hilfe für die Nichtregierungsorganisation Action For Humanity im Jemen leistet, bezeichnete die Lage als „verzweifelt“. Er besuchte am Dienstag das Krankenhaus al-Sabaeen in der jemenitischen Stadt Sana’a und sagte, es sei „bis zum Rand voll“ mit hungernden, unterernährten Kindern. „

„Sie mussten andere Stationen einrichten, um all diese Kinder unterzubringen“, sagte er. „Es war ein entsetzlicher Anblick, die Betten waren voll mit Kindern, die wie Skelette aussahen. Die Situation verschlechtert sich rapide, und der Grund, warum die Kinder so stark unterernährt sind, ist, dass auch ihre Mütter ebenfalls unterernährt sind. Das bedeutet natürlich, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu stillen, und so geraten sie in diese schreckliche Situation.“

Selbst jemenitische Familien, die das Glück haben, über eine Einkommensquelle zu verfügen, sind mit der gleichen Nahrungsmittelarmut konfrontiert, sagte Kelwick.

(Aus dem Artikel 16 million in Yemen ‘marching towards starvation’ as food rations run low – UN“, der im Guardian erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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