Jared Kushner zweifelt an Abbas‘ Willen, Frieden mit Israel zu schließen

„Der Schwiegersohn und ranghöchste Nahostberater Präsident Trumps Jared Kushner hat erklärt, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde traue sich nicht, mit Israel Frieden zu schließen, und sei für die Verschlechterung der Situation im Gazastreifen verantwortlich. Zudem sei ihm sein politisches Überleben wichtiger als die Interessen seines Volks. Kushner, der zurzeit mehrere Länder im Nahen Osten besucht, äußerte sich in einem Sonntagmorgen veröffentlichten Interview mit der palästinensischen Zeitung Al-Quds. Die Trump-Administration sei mit ihrem Friedensplan ‚fast fertig‘ und werde ihn bald bekanntgeben. Offenbar wollte er Abbas reizen, um ihn trotz seiner Boykottversprechen zu Verhandlungen zu bewegen. Zudem ging es ihm wohl um prophylaktische Schadensbegrenzung für den Fall, dass Abbas wirklich nicht einlenkt. (…)

Der Sprecher Abbas’ hatte den Besuch Kushners als ‚Zeitverschwendung‘ abgetan und gemeint, er sei ‚zum Scheitern verurteilt‘. Als der Herausgeber der Zeitung Walid Abu-Zalaf ihn hierzu befragte, erklärte Kushner, er glaube, dass die palästinensischen Anführer ‚diese Dinge sagen, weil sie befürchten, dass wir den Friedensplan veröffentlichen und er dem palästinensischen Volk in Wirklichkeit gefällt‘.

Kushner stellte in Frage, ob Abbas über die Flexibilität und Fähigkeit verfüge, Frieden zu schließen. Die ‚Weltgemeinschaft‘ sei mit Abbas frustriert. ‚Er verlässt sich seit 25 Jahren auf die immer gleichen Argumente’, so Kushner. ‚Um ein Abkommen zu erreichen, werden beide Parteien ein Wagnis eingehen und einander irgendwo zwischen ihren jeweiligen Positionen begegnen müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob Präsident Abbas dazu fähig ist‘, fügte er hinzu. Angesichts der Ausfälle Abbas’ gegen die Trump-Administration frage er sich, wessen Interessen Abbas vertrete. ‚Es gibt jede Menge scharfe Erklärungen und Verurteilungen, aber keinerlei erfolgversprechenden Ideen oder Bestrebungen‘, erklärte Kushner. ‚Es gibt Skeptiker, die meinen, Präsident Abbas gehe es nicht so sehr um eine Verbesserung der Lebensbedingungen des palästinensischen Volks, sondern in erster Linie um sein politisches Überleben und darum, dass man sich dereinst an ihn nicht als jemanden erinnert, der Kompromisse eingegangen ist.‘“ (David M. Halbfinger: „Jared Kushner Criticizes Abbas, Questioning His Ability to Make Peace“)

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