Jakob Augsteins Kampf gegen die „Israelisierung der Welt“

By Das Blaue Sofa / Club Bertelsmann, CC BY 2.0

„‚Jüdische Weltmacht‘ oder ‚Jüdische Weltverschwörung‘ – das Thema ist wieder auf der Tagesordnung. Nicht nur in der islamischen Welt oder unter deutschen Muslimen, auch bei Alteinheimischen erhitzt es wieder die Gemüter. (…) Die Jüdische Weltmacht nennt man heute ‚Jüdische Lobby in den USA‘ und Israel, also den jüdischen Staat. Die vermeintliche Lobby stellt etwa zwei Prozent der amerikanischen Bevölkerung dar, diese zirka sechs Millionen von 7,5 Milliarden Erdbewohnern. ‚Tut nichts! Der Jude wird verbrannt‘, verkündet der Patriarch in Lessings ‚Nathan der Weise‘. Hieran knüpfen mehr als nur im übertragenen Sinne alteingesessene Deutsche an, die fast jeder kennt. (…)

Autor des linken Beispiels ist Jakob Augstein. Er beschreibt die ‚Israelisierung der Welt‘. Darunter versteht er ‚eine bestimmte Art und Weise, die Welt zu betrachten, mit Konflikten umzugehen, Politik zu betreiben‘. Durch Donald Trumps Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt sei die Welt ‚auf dem Weg der Israelisierung ein großes Stück vorangekommen‘, nämlich ‚statt auf die Stärke des Rechts auf das Recht des Stärkeren zu setzen‘. Das sei ‚ein Zeichen für die Krise des Westens‘. Diese Politik hätte ‚in Israel deutlich vor den ersten Anzeichen der Krise des westlichen Liberalismus die Oberhand gewonnen‘. Schriebe dieser Mann nicht im SPIEGEL, trüge er nicht den Namen Augstein und wäre sein Vater nicht Martin Walser, zitierte jeder (…) einen anderen Klassiker (Shakespeare, Hamlet): ‚Obwohl es Wahnsinn [ist], so hat es doch Methode.‘ Die Methode heißt Dämonisierung. Am Anfang ist das Wort. Es führt zu Hass, und Hass führt zu Gewalt und Tod.“ (Michael Wolffsohn: „So wird dämonisiert“)

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