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Istanbul-Kanal: Streit um Erdogans Prestigeprojekt

Geplanter Verlauf des Istanbul-Kanals (Giorgi Balakhadze/CC BY-SA 4.0)
Geplanter Verlauf des Istanbul-Kanals (Giorgi Balakhadze/CC BY-SA 4.0)

Ein umstrittener künstlicher Kanal soll den Bosporus entlasten. Die Kosten und wahrscheinlich massive Umweltschäden interessieren Präsident Erdogan nicht.

Ayla Jean Yackley/Al-Monitor

Ekrem Imamoglu, der neue Bürgermeister von Istanbul, legt sich mit seinem mächtigen Rivalen Recep Tayyip Erdogan über die Regierungspläne zum Bau eines Kanals an, der die halbe Stadt zu einer Insel machen würde. Er warnt davor, dass das Projekt ökologische und ökonomische Verwüstung anrichten würde.

Der Istanbul-Kanal, eine künstliche Wasserstraße, die das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbinden würde, um den sensiblen Bosporus zu umgehen, ist Erdogans Prestigeprojekt, das er selbst als ‚verrückt‘ bezeichnete, als er es 2011 vorstellte. Die Regierung schätzt die Kosten auf 13 bis 20 Milliarden Dollar, während einige Ökonomen schätzen, dass die schlussendlichen Kosten wahrscheinlich doppelt so hoch sein werden.

Imamoglu, der sich zum potentiellen Herausforderer von Erdogan entwickelt hat, nachdem er Anfang des Jahres die Kontrolle über das Istanbuler Rathaus gewonnen hat, zog die Stadtverwaltung letzte Woche formell aus einem Kooperationsabkommen über den Istanbul-Kanal zurück und nannte es ein ‚Katastrophenprojekt, … das die Umwelt massakrieren wird‘.

Es wird Wasserreservoirs, das Grundwasser und ein Auffangsystem zerstören, die zusammen fast ein Drittel der 16 Millionen Einwohner Istanbuls mit Trinkwasser versorgen, sagte Imamoglu auf einer Pressekonferenz am 25. Die erforderlichen schätzungsweise 2,5 Milliarden Kubikmeter Erde auszuheben werde laut Imamoglu das Risiko und die Stärke von Erdbeben in Istanbul erhöhen, das auf aktiven Verwerfungslinien liegt. (…)

Die 45 Kilometer (28 Meilen) lange Wasserstraße würde einen 400 Meter breiten Streifen durch Wälder und Ackerland westlich der größten Stadt Europas schneiden und archäologische Stätten sowie Lebensräume von Tieren zerstören. Der World Wildlife Fund hat vor ‚irreversiblen Schäden für die Ökosysteme‘ gewarnt.

Das salz- und sauerstoffarme Wasser des Schwarzen Meeres würde sich in das Marmarameer ergießen, dabei Meereslebewesen töten und Istanbul mit einem Geruch von Schwefelwasserstoff überziehen, wie die Forschung von Cemal Saydam ergibt, einem Umweltingenieur der Hacettepe-Universität.

Erdogan sagte dagegen vergangene Woche, dass der Kanal keine derartigen ökologischen oder seismischen Risiken berge. Imamoglu habe keine Autorität über das Projekt, fügte er hinzu und deutete an, dass der Bürgermeister rechtliche und politische Konsequenzen zu tragen haben könnte, wenn er seiner Verantwortung nicht nachkomme.

‚Sie versuchen, das Projekt zu beenden, bevor es beginnt, mit einigen Behauptungen, für die es keine wissenschaftlichen, logischen oder vernünftigen Begründungen gibt‘, sagte er. ‚Der Istanbul-Kanal wird gebaut werden, ob es Ihnen gefällt oder nicht.‘“

Istanbul’s mayor faces off with Erdogan over ‘crazy’ canal

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