Latest News

Iran: Ist Mojtaba Khamenei überhaupt noch am Leben?

Ob Mojtaba Khamenei, der hier regimetreuen Frauen vor sich her getragen wird, noch am Leben ist, wird in Israel bezweifelt, macht vielleicht aber keinen großen Unterschied. (© imago images/NurPhoto)
Ob Mojtaba Khamenei, der hier regimetreuen Frauen vor sich her getragen wird, noch am Leben ist, wird in Israel bezweifelt, macht vielleicht aber keinen großen Unterschied. (© imago images/NurPhoto)

In Israel geht man davon aus: Sollte Khamenei noch leben, so hat er mit der Führung des Landes nichts zu tun.

Ist Mojtaba Khamenei tot? Es scheint, dass einige Persönlichkeiten in Israel der Ansicht sind, dass die Person, die derzeit als »Oberster Führer des Iran« bezeichnet wird, möglicherweise gar nicht mehr am Leben ist. Für diese Theorie gibt es mehrere Gründe. Seit Beginn der Operationen »Epic Fury« und »Roaring Lion«, in deren Verlauf der Oberste Führer des Iran, Ali Khamenei, der das Land seit 1989 regierte, eliminiert wurde, ist der neue Oberste Führer nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Es wurde nicht einmal eine Video- oder Audioaufnahme von ihm veröffentlicht.

Auch wenn die Behauptung bezüglich Mojtabas Tod nicht allgemein akzeptiert wird, herrscht laut zwei mit den Diskussionen vertrauten Quellen unter verschiedenen israelischen und amerikanischen Quellen die Ansicht vor, dass Mojtaba Khamenei nicht als Irans Oberster Führer fungiert und das Land tatsächlich nicht kontrolliert. Die Quellen gaben an, dass der Iran derzeit praktisch vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und Ahmad Vahidi kontrolliert wird, der nach der Ermordung von Mohammad Pakpour zu Beginn des Krieges zum Kommandeur der Pasdaran ernannt wurde.

»Mitglieder der Revolutionsgarden, insbesondere Vahidi, sind keine Persönlichkeiten, die bereit sind, Zugeständnisse zu machen oder als kompromissbereit wahrgenommen zu werden«, sagte der Iran-Experte Nati Tovian und wies darauf hin, wie wenig Interesse Vahidi und die Führung der IRGC an Diplomatie haben. »Eine Woche nach der Unterzeichnung des Atomabkommens mit der Obama-Regierung im Jahr 2015 demonstrierten die Revolutionsgarden ihre Stärke, indem sie während einer Übung ballistische Raketen abschossen, auf denen in hebräischer Schrift stand, dass Israel von der Erde getilgt werden müsse.«

Wer spricht für die Islamische Republik?

Im Gegensatz zu früher hat US-Präsident Donald Trump in letzter Zeit aufgehört, von Mojtaba Khamenei zu sprechen. In einem Interview am Donnerstag mit dem amerikanischen Sender MS NOW sagte Trump: »Der Iran hat keine Ahnung, wer sein Führer ist. Sie sind völlig verwirrt.« Er fügte hinzu: »Wir haben im Wesentlichen drei Führungsebenen eliminiert – und jeden, der auch nur im Entferntesten mit der Führung zu tun hat –, sodass sie keine Ahnung haben, wer zum Teufel für das Land sprechen kann. Sie wissen es einfach nicht.«

Diese Position widerspricht der zuvor akzeptierten Theorie, dass Mojtaba Khamenei trotz schwerer Verletzungen an Beinen und Gesicht weiterhin handlungsfähig ist und Entscheidungen trifft, auch in Bezug auf Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Die New York Times berichtete unter Berufung auf iranische Quellen, dass Mojtaba »geistig fit« und an der Führung des Landes beteiligt sei, das er wie der Vorsitzende eines Vorstandes leite, der mit hochrangigen Revolutionsgardisten besetzt ist.

Trotz dieser Behauptungen ist Khamenei jedoch nicht öffentlich aufgetreten, und im iranischen Staatsfernsehen wurden lediglich schriftliche Botschaften verlesen, die ihm zugeschrieben werden. Die iranischen Erklärungen dafür sind klar: Mojtaba befinde sich an einem abgeschiedenen Ort, nur wenige könnten ihn erreichen. Die gesamte Kommunikation erfolge über Mittelsmänner und sichere Kanäle. Laut der New York Times ist Präsident Pezeshkian, der von Beruf Arzt ist, einer derjenigen, die Khameneis schwere Verletzungen behandeln.

»Die töten, die kein Abkommen wollen«

Gegenwärtig werden Anstrengungen unternommen, um ein weiteres Treffen zwischen US- und iranischen Verhandlern zu arrangieren, um eine Einigung zwischen den beiden Ländern zu erzielen. Wie auch immer der tatsächliche Zustand Khameneis sein mag, aktuell sind es die Revolutionsgarden, die auf der iranischen Seite den Ton angeben. Diese verweigern sich zwei weiteren Quellen zufolge Verhandlungen, solange die amerikanische Blockade der Straße von Hormus andauert.

Unterdessen teilte Präsident Trump auf Truth Social ein Posting von Marc Thiessen, einem ehemaligen Redenschreiber von Präsident George W. Bush, der in einem Interview auf FOX News sagte: »Wenn es im Iran zwei Lager gibt – eines, das ein Abkommen will, und eines, das keines will –, dann lasst uns die töten, die kein Abkommen wollen.«

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Wir reden Tachles!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren!

Nur einmal wöchentlich. Versprochen!