Wie könnten die konkreten Schritte aussehen, in denen die Beziehungsnormalisierung zwischen Israel und Syrien erreicht wird, von der aktuell so viel die Rede ist?
Israels Öffentlichkeit hat die Nachrichten, dass neue Abraham-Abkommen, einer der Kandidaten ist Syrien, der zweite der Libanon, mit denen arabische Länder ihre Beziehungen zum jüdischen Staat normalisieren, bevorstehen könnten, mit Enthusiasmus aufgenommen.
Zuletzt hatte Syrien im Krieg zwischen Israel und dem Iran nicht nur versucht, sich aus dem Konflikt herauszuhalten, sondern auch der israelischen Luftwaffe den unbehinderten Überflug Syriens ermöglicht und Einheiten an die irakische Grenze verlegt, um das Einsickern pro-iranischer Milizen aus dem Nachbarland zu verhindern. Darüber hinaus stehen Israel und Syrien in täglichem Kontakt auf allen Ebenen.
Zwei Stufen
Ohne Gegenleistung Israels wird ein Vertragsabschluss jedoch nicht zu bewerkstelligen sein. So legte der führende libanesische TV-Sender LBCI Lebanon News kürzlich das Szenario dar.
Eine erste Stufe würde unter amerikanischer Vermittlung die Erneuerung des Truppenentflechtungsabkommen von 1974 am Golan beinhalten. Nach dem Fall des Assad-Regimes wurde seit dem 8. Dezember 2024 nicht nur der syrische Teil der Pufferzone von Israel besetzt, sondern auch Vorposten in Syrien selbst, insbesondere in von den Drusen bewohnten Gebieten, errichtet. Israel müsste diese Gebiete räumen. Darüber hinaus würden Syrien und Israel in dieser Phase ein zusätzliches Sicherheitsabkommen schließen, um die Wiedererrichtung terroristischer Infrastruktur etwa seitens der Hisbollah hintanzuhalten.
Eine zweite Stufe, die durch ein formelles Friedensabkommen abgeschlossen werden soll, würde eine Vereinbarung über den Golan beinhalten. Vorerst besteht Syrien offensichtlich noch auf der Rückgabe von mindestens eines Großteils des 1967 unter israelische Kontrolle gekommenen Gebiets, während Israels Außenminister Gideon Saar diesbezüglich jeglichen Kompromiss ausschloss. Es wurden aber auch schon Gerüchte laut, dass Syriens Übergangspräsident Ahmad al-Sharaa auf den Golan verzichten könnte, da eine geregelte Beziehung mit Israel ihm auch den erwünschten Rückhalt im Westen sichern würde.
Zumindest das Gebiet der Shebaa-Farmen, das auch zwischen Syrien und dem ebenfalls darauf Anspruch erhebenden Libanon strittig ist, würde vermutlich auf jeden Fall an Damaskus fallen.
Nicht gänzlich auszuschließen ist aber auch, dass sich Syrien und Israel verständigen, das Gebiet dem Libanon zu überlassen, nachdem sich Israel im Jahr 2000 aus dem Libanon hinter die von der UN festgelegten »Blaue Linie« zurückgezogen hatte. Von der Hisbollah wurde das Thema als Vorwand für die Behauptung benützt, Israels Rückzug wäre nicht komplett gewesen. Die UNO jedoch klassifizierte das Gebiet als zu Syrien gehörig.







