Die Erdgasfunde vor der israelischen Küste verändern die Kräfteverhältnisse in der Region. Israel wird zu einem Faktor auf dem Energiemarkt.
Israelis lamentieren gerne. Und es gibt da diese Klage, die man vor allem zu Zeiten von Ölpreiskrisen und angedrohten Ölboykotts gehört hat: warum Hat Moses uns ausgerechnet in das einzige Land im Nahen Osten führen müssen, in dem es kein Erdöl gibt? Ist ja ganz lustig, aber dahinter verbirgt sich die ernste Wahrheit über Israels geostrategische Situation. Israel war von der ersten Sekunde seines Bestehens an isoliert und sozusagen mittellos: von Feinden umgeben, keine Handelspartner in der Region, kein Wasser, keine nennenswerten Rohstoffe, keine Energiequellen.
Aber zumindest dieser letzte Punkt kann jetzt gestrichen werden – Israel hat sich plötzlich zu einem Energiefaktor und einer kleinen Energiemacht gemausert. Die Erdgasfunde unter dem Mittelmeer bei Haifa sind ein Game Changer. (…)
Für die israelische Bevölkerung bedeutet das einmal: niedrigere Strompreise und reinere Luft, weil die Kraftwerke von Kohle auf Erdgas umgestellt werden. Für den Staatshaushalt bedeutet das: Ersparnisse in Milliardenhöhe. Und ganz gewaltig ist die politische Bedeutung. Israel hat früher Erdgas aus Ägypten importiert. Jetzt kann Israel Erdgas nach Ägypten und Jordanien exportieren, das ist eine ganz wichtige strategische Verbindung mit den beiden Nachbarländern. Und genau so wichtig ist die jetzt ganz enge Zusammenarbeit Israels mit Zypern und Griechenland bei der Verwertung des Erdgases – diese Partnerschaft verändert die Lage im östlichen Mittelmeer, und Israel rückt enger mit Europa zusammen. (…)

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