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Israels Armee trainiert den Ernstfall, tappt aber im Dunkeln

Israelische Soldaten an einem Sicherheitscheckpoint nahe der Grenze zum Libanon. (imago images/Xinhua)
Israelische Soldaten an einem Sicherheitscheckpoint nahe der Grenze zum Libanon. (imago images/Xinhua)

Israels Sicherheitskräfte bereiten sich auf eine Eskalation der Gewalt vor, wurden bisher von der Regierung aber nicht über deren genaue Pläne informiert.

Anna Ahronheim, The Jerusalem Post

Die Israelische Armee bereitet sich seit mehreren Monaten unter dem Namen „Shahar Beharim“ („Morgendämmerung in den Bergen“) auf verschiedene Szenarien vor, aber sie tappt dabei gewissermaßen im Dunkeln, hatte sie doch keine klaren Informationen darüber, was genau zu erwarten ist.

„Niemand weiß, was passieren wird, aber das stört mich nicht wirklich, weil wir auf den schlimmsten Fall vorbereitet sind“, sagte Meni Blonder, Sicherheitsdirektor des Binyamin-Regionalrats im zentralen Westjordanland, gegenüber der Jerusalem Post. Blonder erklärte, dass das Verteidigungsestablishment auf eine Vielzahl von Szenarien vorbereitet ist, sollte es zur Annexion kommen und die Palästinenser beginnen, Soldaten und Zivilisten als Reaktion darauf ins Visier zu nehmen.

In der vergangenen Woche hielten Sicherheits- und Notfalldienste eine groß angelegte Übung ab, die einen Angriff mit vielen Verletzten simulierte. An der Übung nahmen IDF-Truppen, Magen-David-Adom-Sanitäter [der „Rote Schild Davids“ ist das israelische Pendant zum Roten Kreuz], Feuerwehrleute und zivile Sicherheitskräfte teil. Sie trainierten die Rettung von Zivilisten, die von mehreren palästinensischen Terroristen ins Visier genommen worden waren, die eine Hauptstraße mit Scharfschützenfeuer und IEDs (improvisierten Sprengkörper) angegriffen hatten.

Das war nur eines der vielen Szenarien, auf die sich Sicherheits- und Rettungsdienste vorbereitet haben. Andere Szenarien gehen von einer Zunahme von Steinwurfattacken, Schusswaffenangriffen, Infiltrationen in jüdische Gemeinden, Messerattacken, Rammangriffen mit Fahrzeugen, IEDs und mehr aus.

Die Angriffe könnten von Einzelkämpfern oder von organisierten Gruppen ausgeführt werden, unter anderem von Mitgliedern der bewaffneten Miliz der Fatah, den Tanzim, und von terroristischen Gruppen wie der Hamas, die die Situation ausnutzen, um tödliche Anschläge zu verüben. Doch im schlimmsten Fall, so der Direktor, würden die verschiedenen Arme der Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PASF) ihre Waffen gegen Israel richten. Nach Angaben der Palästinensischen Autonomiebehörde bestehen die Sicherheitskräfte aus 60.000 Personen, die zumeist mit Kleinwaffen ausgerüstet sind. (…)

PA-Präsident Mahmud Abbas hat die Sicherheitskoordination mit Israel als „heilig“ bezeichnet, aber die große Mehrheit der Palästinenser sieht sie negativ, da sie der „Besatzung“ und ihren Bedürfnissen dienen würde. Die Autonomiebehörde hat bereits angekündigt, dass sie alle Maßnahmen der Sicherheits- und der zivilen Koordination mit Israel eingestellt hat – ein Schritt, der unternommen wird, obwohl sich die Führung sehr wohl bewusst ist, dass die Einstellung der Koordination mit Israel einen hohen Tribut fordern wird.

In der vergangenen Woche berichtete Ynet, dass die PASF trotz des angeblichen Einfrierens der Sicherheitskoordination einen Großangriff gegen IDF-Truppen in der Nähe von Dschenin vereitelt habe. Dem Bericht zufolge hatte eine Terrorzelle 30 Rohrbomben entlang einer Route platziert, die die Truppen normalerweise nehmen, wenn sie in die Stadt kommen, um Verdächtige festzunehmen. Alle Rohrbomben und eine Schrotflinte wurden von der PASF sichergestellt. (…)

Die Gewalt im Westjordanland ist in den letzten Jahren zurückgegangen, aber sie „kommt in Wellen und aus einer Reihe unterschiedlicher Gründe“, sagte Blonder der Post und fügte hinzu, dass sich die Bedrohungen in der Region von denen an anderen Fronten wie dem Gazastreifen und dem Norden des Landes unterscheiden.

Nach den vom Shin Bet veröffentlichten Daten sind die Hauptarten von Angriffen im Westjordanland und in Jerusalem Steinwürfe, Brandbomben, Rohrbomben, Schüsse mit Kleinwaffen, Brandstiftung, Angriffe auf Fahrzeuge, Messerattacken und Granaten.

IDF prepares for violent worst-case-scenarios after West Bank annexation

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