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Israelisch-syrische Sicherheitsgespräche knapp vor erfolgreichem Abschluss?

Bald Einigung mit Israel? Syriens Präsident al-Sharaa bei der Abschlussfeier seiner Frau an der Universität Idlib (© Imago Images / Xinhua)
Bald Einigung mit Israel? Syriens Präsident al-Sharaa bei der Abschlussfeier seiner Frau an der Universität Idlib (© Imago Images / Xinhua)

Geht es nach dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa, könnten die laufenden Sicherheitsverhandlungen mit Israel bald zu einer formellen Vereinbarung führen.

Während einer Pressekonferenz vor seiner Reise zur Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York meinte al-Sharaa laut der NachrichtenagenturReuters, die Gespräche könnten sogar schon »in den kommenden Tagen« zu Ergebnissen führen. Das Sicherheitsabkommen, das eine »Notwendigkeit« für die regionale Stabilität sei, müsse den syrischen Luftraum respektieren, die territoriale Integrität des Landes wahren und von den Vereinten Nationen überwacht werden.

Der israelische Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, traf sich am Mittwoch in London mit dem syrischen Außenminister Asaad al-Shaibani und dem US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, der auch Sonderbeauftragter für Syrien ist, zu einer weiteren Runde der von den USA vermittelten Verhandlungen. Während der fünfstündigen Gespräche seien Fortschritte in Richtung einer Vereinbarung erzielt worden, hieß es danach unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Den Berichten zufolge legte die syrische Seite ihre Antwort auf den israelischen Vorschlag für ein Sicherheitsabkommen zwischen Jerusalem und Damaskus vor.

USA haben es eilig

Wie die Nachrichtenagenturam Dienstag berichtete, übe Washington Druck auf Syrien aus, um eine Einigung zu erzielen, bevor sich die Staats- und Regierungschefs kommende Woche in New York zur Generaldebatte der 80. Sitzung der UN-Generalversammlung treffen. Al-Sharaa bestritt dies jedoch einen Tag später und erklärte, die USA spielten lediglich die Rolle eines Vermittlers.

Syrien seinerseits möchte die israelischen Militäroperationen auf seinem Territorium beenden und fordert den Rückzug der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). Israel hatte nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 strategisch wichtige Standorte, darunter den Berg Hermon, übernommen. Öffentliche Erklärungen deuten auf die Absicht des israelischen Militärs hin, diese Posten zur Aufrechterhaltung der Sicherheit zu behalten.

Al-Sharaa bestätigte das Vorhaben Israels und betonte seinen Wunsch nach einer Vereinbarung ähnlich dem Abkommen über den Truppenabzug von 1974, das den Jom-Kippur-Krieg beendete und eine entmilitarisierte Zone zwischen den beiden Ländern schuf. In Bezug auf die Zukunft der israelischen Golanhöhen, die der amerikanische Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit offiziell als souveränes israelisches Territorium anerkannt hatte, sagte der syrische Präsident, es sei noch zu früh, darüber zu diskutieren, da es sich um eine »große Sache« handle. Jerusalem sprach sich weiterhin entschieden gegen eine Aufgabe der Kontrolle über die Golanhöhen aus.

Wie al-Sharaa informierte, waren Damaskus und Jerusalem nur »vier oder fünf Tage« von einer Einigung über ein Sicherheitsabkommen entfernt, doch die Gewaltausbrüche in der im Süden gelegenen Provinz Suwayda habe dies verhindert. Nach Berichten von Menschenrechtsgruppen und lokalen drusischen Aktivisten eskalierten die Zusammenstöße im Juli zwischen regierungsnahen Kräften, drusischen Milizen und sunnitischen Beduinenstämmen und führten zu Gewaltexzessen an Zivilisten. Daraufhin griff Israel militärisch ein, um die drusische Minderheit zu schützen, für die der jüdische Staat weitere Hilfe angekündigt hat.

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