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Israelisch-pakistanische Annäherung gewinnt an Fahrt

Die pakistanische Delegation zu Besuch bei SIraels Präsident Isaac Herzog
Die pakistanische Delegation zu Besuch bei Israels Präsident Isaac Herzog (Quelle: Office of the President)

Der Besuch einer pakistanischen Delegation in Israel ist ein weiteres Zeichen der Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Steve Postal

Israel empfing im vergangenen Monat eine Delegation aus Pakistan und machte damit den jüngsten Schritt in Richtung einer diplomatischen Normalisierung zwischen dem jüdischen Staat und einer Nation mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Eine pakistanische Delegation unter der Leitung von Nasim Ashraf, dem ehemaligen Staatsminister für menschliche Entwicklung, traf am 23. September mit dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog zusammen. Gastgeber der Delegation war Sharaka, eine Nichtregierungsorganisation zur Förderung der israelisch-arabischen Zusammenarbeit, die im Gefolge des Abraham-Abkommens gegründet worden, in Zusammenarbeit mit dem American Muslim and Multifaith Women’s Empowerment Council (AMMWEC).

In einer Erklärung von Sharaka hieß es, die Organisation fühle sich »geehrt, die Bemühungen anzuführen, Brücken des Dialogs und der Verständigung zwischen Pakistan und Israel zu bauen«. »Hoffentlich wird diese Interaktion eines Tages zur Normalisierung und zu herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen«, meinte Dan Feferman, Direktor für Kommunikation und globale Angelegenheiten bei Sharaka. »Sowohl Israel als auch Pakistan brauchen mehr als alles andere mutige Menschen, die Israel besuchen und das Land kennenlernen. Israel hegt keine Feindseligkeit gegenüber Pakistan, wie unsere Gäste aus erster Hand erfahren konnten.«

Zum Nutzen Pakistans

Der Mitbegründer von Sharaka, Amit Deri, wies auf die technologischen Entwicklungen Israels hin, die zur Stärkung der Beziehungen beitragen können: »Viele der israelischen Innovationen, vor allem in der Wasser- und Agrartechnologie, können dem pakistanischen Volk zugutekommen, vor allem angesichts der schrecklichen Überschwemmungen.« Die Mitglieder der Delegation betonten auch die Bedeutung der israelischen Technologie für die Förderung der Normalisierung und Ashraf fügte hinzu, er sei »sehr beeindruckt von den Fortschritten, die Israel in allen Sparten gemacht hat. Israel verdient es, als die weltweit führende Start-up-Nation bezeichnet zu werden.« »Viele Länder, darunter auch Pakistan, könnten von israelischen Technologien profitieren, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Wasserwiederverwendung, Hightech und Gesundheitswesen«, fügte der ehemalige Minister hinzu.

Sibti Arif, ein in Dubai lebender pakistanischer Journalist, der der Delegation angehörte, stimmte Ashrafs Meinung zu: »Israel reinigt Abwasser, destilliert Wasser aus der Luft und schafft eine Vielzahl von Möglichkeiten für den elektronischen Handel und das Unternehmertum. Es scheint, als ob es für Israel keine Grenzen gibt.« Laut Arif glauben viele Pakistaner, eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Pakistan und Israel würde viele »wirtschaftliche und diplomatische Vorteile« mit sich bringen. »Ich denke, dass der Aufbau von Geschäftsbeziehungen zwischen der pakistanischen Expat-Gemeinde und Israel dazu beitragen wird, Vertrauen zwischen den beiden Ländern zu schaffen, was ihre Beziehungen zueinander verbessern könnte.«

Aussagen von Sharaka zufolge erhält von ihren Mitgliedern sowie von Nutzern der sozialen Medien viele Vorschläge, wie man sich an den Normalisierungsbemühungen beteiligen und diese voranbringen könnte.

Reihe von Kontakten

Der Besuch reiht sich ein in eine Serie von Kontakten zwischen Israel und Pakistan in jüngster Zeit. So machte Präsident Herzog bereits im Mai öffentlich, dass eine Gruppe pakistanischer Auswanderer Israel besucht hatte, was durch das Abraham-Abkommen ermöglicht worden war. »Dies war eine erstaunliche Erfahrung, weil wir noch nie eine Gruppe von pakistanischen Führungskräften in diesem Umfang in Israel hatten. Das alles ist auf das Abraham-Abkommen zurückzuführen, was bedeutet, dass Juden und Muslime gemeinsam in der Region leben können«, sagte Herzog damals auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Im Jahr 2020 besuchte ein britisch-pakistanischer Berater des damaligen Premierministers Imran Khan Israel und traf sich auch mit dem Chef des Mossad. Im selben Jahr setzte Saudi-Arabien Pakistan Berichten zufolge unter Druck, dem Abraham-Abkommen beizutreten. Der pakistanische Geistliche und Politiker Maulana Muhammad Khan Sherani, der als Vorsitzender des pakistanischen Rates für islamische Ideologie Pakistan in Fragen des islamischen Rechts beriet, befürwortete öffentlich die Normalisierung der Beziehungen zu Israel und erklärte sogar, dass die Existenz Israels als Heimatland der Juden im Koran niedergeschrieben sei.

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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