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Wenn ein Israelhasser eine Antisemitismusdefinition gut findet

Einer der Unterzeichner der "Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus": Richard Falk. (© Iran Review/<span class="cc-license-identifier"><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY 4.0</a>)</span>
Einer der Unterzeichner der "Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus": Richard Falk. (© Iran Review/<span class="cc-license-identifier"><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY 4.0</a>)</span>

Einer der Unterzeichner der „Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus“ ist Richard Falk – ein israelfeindlicher Verschwörungstheoretiker.

Emily Schrader, The Jerusalem Post

Angemerkt werden sollte auch, dass sich unter den Unterzeichnern der „Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus“ (JDA) Peter Beinart befindet, der routinemäßig jedes ihm zur Verfügung stehende Podium nutzt, um sowohl Israel als auch Zionisten zu dämonisieren. Ebenso Naomi Chazan, die ehemalige Präsidentin des linken New Israel Fund – und Richard Falk, der als UN-Sonderberichterstatter für „die Situation der Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten“ diente.

Falk, ein Verschwörungstheoretiker, der glaubt, dass 9/11 ein Insider-Job war, wurde oftmals wegen seiner Kommentare sowohl über Israel als auch über Juden kritisiert. Darunter für die Behauptungen, dass Israel einen Holocaust an den Palästinensern plane und dass die die US-Regierung und die Juden sich verschworen hätten, um palästinensisches Land zu rauben. Kritik gab es darüber hinaus für die Veröffentlichung antisemitischer Karikaturen auf seinem Blog, auf dem er auch widerliche Antisemiten in Schutz nahm, die die Protokolle der Weisen von Zion propagieren.

Nach dem Bombenanschlag beim Boston-Marathon schrieb Falk einen Artikel, den sogar UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte. Der kanadische Außenminister John Baird sagte, Falks Reaktion auf den Bombenanschlag „speie erneut bösartige, antisemitische Rhetorik aus, dieses Mal, indem er die Angriffe in Boston dem [damaligen US] Präsidenten [Barack] Obama und dem Staat Israel anlastete.“ Klingt das nach jemandem, der eine Rolle dabei spielen sollte, eine Definition von Antisemitismus zu finden?

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Auch wenn die Definition der JDA und die der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) einander ähnlich sind und beide mehrere Formen des modernen Antisemitismus ansprechen, behauptet die JDA, dass viele anti-israelische Aktivitäten, wie die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung BDS, nicht „an und für sich“ antisemitisch seien. Doch wie der Antisemitismusforscher David Hirsh betont, sind solche Aktivitäten zwar nicht „an und für sich“ antisemitisch, aber ihr Antisemitismus manifestiert in Inhalten von BDS-Resolutionen (…), in Campus-Veranstaltungen, in denen jüdische Studierende aufgefordert werden, sich für Israels „Apartheid“- oder „Nazi“-Politik zu verantworten, und in vielen anderen erschreckenden Vorkommnissen.

In einem weiteren absurden Beispiel argumentiert das JDA, dass „es nicht an und für sich antisemitisch ist, Israel mit anderen historischen Beispielen zu vergleichen, einschließlich des Siedlerkolonialismus oder der Apartheid.“ Aber auch hier gilt, dass solche Vergleiche nicht „an und für sich“ angestellt werden, sondern im Kontext der Dämonisierung eines bestimmten Staates, eines bestimmten Volkes und der meist gezielten Verfolgung und Belästigung von Menschen eines bestimmten Glaubens. Dieser Abschnitt der JDA stellt ausdrücklich fest, dass „evidenzbasierte“ Kritik an Israel akzeptabel ist – doch war Israel weder in der Vergangenheit, noch ist es heute ein Apartheidstaat oder das Projekt eines Siedlerkolonialismus. Die gesamte Passage entbehrt jeder realen Grundlage. (…)

Während die IHRA-Definition darauf abzielt, Regierungen, Organisationen und Einzelpersonen dabei behilflich zu sein und ihnen vor Augen zu führen, was Antisemitismus ist, handelt es sich bei den Unterzeichnern der JDA um eine Gruppe von Akademikern, die einen Eiertanz betreiben und zu definieren versuchen, was Antisemitismus nicht ist – um sich mit einer extremeren Gruppe linker Kollegen gutzustellen, die zunehmend aggressiver antisemitisch auftreten. Die Jerusalemer Erklärung ist das genaue Gegenteil dessen, was heute im Kampf gegen Antisemitismus gebraucht wird.

(Aus dem Kommentar „New ‚Jerusalem Declaration on Antisemitism‘ definition unneeded“, der von der Jerusalem Post veröffentlicht wurde. Emily Schrader ist die Gründerin und Chefin eines Consulting-Unternehmens für digitales Marketing und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Tel Aviv Institute)

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