Israelboykotteure um des Israelboykotts willen

„Einer neuen Umfrage zufolge würde fast die Hälfte der kanadischen Unterstützer der Israelboykott-Kampagne BDS auch dann weiterhin gegen Israel vorgehen, wenn es sämtliche Forderungen der Kampagne erfüllen würde. Die Umfrage, die von der Gruppe La’ad Canada in Auftrag gegeben und von Campaign Research durchgeführt wurde, ergab, dass zwölf Prozent der befragten 1485 Kanadier über die von Palästinensern angeführte Boykottbewegung, die in Nordamerika von einer begrenzten aber zunehmenden Anzahl von Studierenden, Wissenschaftlern und Kulturschaffenden unterstützt wird, Bescheid wussten.

Auf eine einfache Erklärung, worum es der BDS-Bewegung gehe, reagierten neunzehn Prozent der Befragten mit Zustimmung zu deren Boykottplänen, 33 Prozent reagierten mit Ablehnung und 48 Prozent machten keine Angaben. Von den 19 Prozent, die zustimmten, gaben 45 Prozent an, Israel solle auch dann weiterhin boykottiert werden, wenn es sämtliche Forderungen der BDS-Bewegung erfülle. Dabei geht es um den Rückzug aus den ‚besetzten Gebieten‘, die in der Umfrage nicht näher genannt wurden, worunter aber in der Regel Ostjerusalem, das Westjordanland, die Golanhöhen und (indirekt) der Gazastreifen verstanden werden. Außerdem solle die Mauer, die zwischen Israel und dem Westjordanland errichtet wurde, um den palästinensischen Selbstmordattentaten und Terroranschlägen während der Zweiten Intifada ein Ende zu setzen, wieder abgerissen, und den Palästinensern, die im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948 flohen, sowie ihren fünf Millionen Nachfahren das Recht gewährt werden, nach Israel einzuwandern. Die Palästinenser behaupten, das Völkerrecht garantiere ihnen dieses Recht, doch argumentiert die israelische Regierung, es gehe ihnen in Wirklichkeit darum, Israel in ein mehrheitlich palästinensisches Land zu verwandeln.

‚Dass fast die Hälfte derer, die sich für einen Boykott Israels aussprechen, an dem Boykott selbst dann festhalten würden, wenn Israel sämtliche Forderungen der BDS-Bewegung erfüllen würde, spricht mit Blick auf die Ansichten und Werte derer, die die Bewegung unterstützen, eine deutliche Sprache‘, meinte Amanda Hohmann, die Geschäftsführerin von La’ad Canada. ‚Die Befürworter der BDS-Bewegung behaupten, es gehe ihnen ausschließlich darum, dem, was sie für israelisches Fehlverhalten halten, ein Ende zu setzen. Die Ergebnisse dieser Umfrage deuten darauf hin, dass dies schlicht nicht wahr ist. So stellt sich die Frage, worum es ihnen tatsächlich geht. Jedenfalls geht es ihnen offensichtlich nicht um Koexistenz.‘“ (Bericht des Algemeiner: „Poll: Half of Canadian BDS Supporters Would Continue Boycotting Israel Even If It Agreed to All Their Demands“)

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