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Israelischer Verteidigungsminister: Zerschlagung der Hamas wird Monate dauern

Ein israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen
Ein israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen (Quelle: JNS)

Im Rahmen eines Besuchs des Nationalen Sicherheitsberaters der USA in Tel Aviv dankte Israels Verteidigungsminister der amerikanischen Regierung für die Unterstützung des jüdischen Staates bei seinen Bemühungen um die Rückkehr der Geiseln und der Zerschlagung der Hamas.

Yaakov Lappin

Bei Gesprächen im Hauptquartier des Verteidigungsministeriums in Tel Aviv am Donnerstag meinte der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant gegenüber dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, dass der Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen noch mehrere Monate andauern werde. 

»Die Hamas ist eine Terrororganisation, die sich über ein Jahrzehnt hinweg aufgebaut hat, um Israel zu bekämpfen, und die sowohl ober- als auch unterirdische Infrastruktur errichtet hat, die nicht einfach zu zerstören ist. Es wird lange dauern, mehr als nur ein paar Monate, aber wir werden siegen und wir werden sie [die Hamas] vernichten. Ich danke Ihnen also noch einmal, dass Sie nach Israel gekommen sind, dass Sie uns helfen und uns unterstützen.«

Während ihres Treffens sprachen Gallant und Sullivan über die operativen Entwicklungen im Gazastreifen und an der Grenze zum Libanon sowie über die Notwendigkeit, israelischen Bürgern die Rückkehr in ihre Häuser im Norden zu ermöglichen. Die beiden Politiker »erörterten auch verschiedene Bedrohungen in der Nahostregion, darunter die iranische Aggression über ihre Stellvertreter im Libanon, Jemen, Irak und in Syrien«, schrieb das Verteidigungsministerium in einer Erklärung.

Unter augenscheinlichen Bezug auf die Huthis im Jemen betonte Gallant, der Staat Israel unterstütze die internationalen Bemühungen im Kampf gegen die maritime Bedrohung und werde sich gegen jede Aggression verteidigen. Gallant dankte der US-Regierung »für die anhaltende Unterstützung des Staates Israel bei seinen Bemühungen um die Rückkehr der Geiseln und das Erreichen des operativen Ziels: der Zerschlagung der Terrororganisation Hamas«. Es sei nicht einfach, »eine Demokratie zu einen Krieg zu zwingen, aber wenn wir einmal im Krieg sind, werden wir siegen, weil wir für die richtigen Themen und Werte kämpfen. Ich danke Ihnen, dass Sie an unserer Seite stehen.«

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Maximale Anstrengungen

Der Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Daniel Hagari, erklärte ebenfalls am Donnerstag, die IDF und der Shin Bet wendeten eine neue Technik der unterirdischen Kriegsführung an, bei der Sprengstoff in den Tunneln platziert und gezündet wird, wenn Hamas-Terroristen sie durchqueren. »Wir haben sie mit Kameras identifiziert und mehrere von ihnen ausgeschaltet. Die Terroristen hatten es vorgezogen, sich in Tunneln unter Zivilisten zu verstecken. Wir haben neue Kampftechniken, die wir einsetzen werden, um Terroristen zu töten. Wir gehen hinein, platzieren Sprengstoff und warten auf den richtigen Moment, um ihn zu zünden«, erläuterte Hagari das Vorgehen.

Dadurch solle den Terroristen klargemacht werden, dass sie im Untergrund nicht sicher sind. »Das ist eines von vielen Mitteln, die Israel hat. Das Ziel ist es, die Terroristen an die Oberfläche zu bringen«, fügte er hinzu. »Wir müssen sicherstellen, dass wir gleichzeitig maximale Anstrengungen unternehmen, um Geiseln zu retten.«

Am Donnerstag traf sich IDF-Generalstabschef Herzi Halevi vor Ort mit Mitgliedern der Eliteeinheit Golani-Brigade. Zwei Tage hatte die Brigade neun ihrer Soldaten und Offiziere verloren. Die Golani-Brigade kämpft derzeit in Sajaiyya und Zeitoun im nördlichen Gazastreifen. »Sie erzielt weiterhin Erfolge und eliminiert Terroristen«, berichtete Hagari. »Ihr Ziel ist es, die Bedrohung auf der [israelischen] Seite der Grenze zu minimieren und zu beseitigen, damit die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können. … Heute ist der Jahrestag der Gründung der Hamas [im Jahr 1987]. Wir haben heute gesehen, wie Dutzende von Hamas-Terroristen aus einem Krankenhaus in Jabaliya kamen und sich den IDF und dem Shin Bet ergaben. So sieht der Jahrestag aus.« Es gelte, »noch viele Ziele zu erreichen, und schwierige Kämpfe liegen vor uns. Wir werden unsere Kämpfe weiter vertiefen«, sagte Hagari, der daran erinnerte, dass 135 der am 7. Oktober entführen Geiseln immer noch in Gaza festgehalten werden.

Israelischer Verteidigungsminister: Zerschlagung der Hamas wird Monate dauern
Eine der noch in Gaza festgehaltenen israelischen Geiseln (Quelle: JNS)

Verstoß gegen UN-Resolution 1701 

Im Westjordanland haben die IDF mittlerweile Dutzende Operationen zur Festnahme von Terroristen und zur Beschlagnahme von Waffen durchgeführt, darunter auch groß angelegte Operationen in Dschenin. 

Ebenfalls am Donnerstag erklärten die IDF, dass die Kooperationseinheit der israelischen Luftwaffe (IAF) in der vergangenen Woche mehr als fünfhundert Angriffe mit Kampfhubschraubern und Drohnen im Rahmen einer engen Luft-Boden-Kooperation in Gaza durchgeführt hat. Die Angriffe werden durch ständige Geheimdienstinformationen gesteuert, so die IDF. Die Kooperationseinheit der IAF ist für die Koordinierung zwischen den Boden- und Luftstreitkräften zuständig. Gemeinsam setzen sie ihre Feuerkraft ein, um Terrorkommandos auszuschalten und Beobachtungsposten, Waffenlager, Tunnelschächte und andere Arten der terroristischen Infrastruktur zu zerstören.

Im Norden griffen Kampfjets und Panzer am Donnerstag eine Reihe von Hisbollah-Zielen im Südlibanon an, um auf Attacken aus diesem Gebiet zu reagieren, sagte Hagari. Zuvor hatte eine in der Gegend von Schula operierende Terrorzelle versucht, eine Panzerabwehrrakete auf israelisches Gebiet abzuschießen. IDF-Soldaten schalteten die Terrorzelle aus, so das Militär. Darüber hinaus griffen IDF-Panzer auch Terrorinfrastruktur der Hisbollah im Libanon an.

Außerdem wurden nach dem Aufheulen der Sirenen im Norden Israels Raketenabschüsse aus dem Libanon in Richtung der Gebiete Yiftah und Margaliot in Galiläa festgestellt, die auf offenem Gelände einschlugen, wobei keine Verletzten gemeldet wurden. Die IDF bombardierten die Abschussstellen der Raketen, wobei auch eine Reihe von Gebieten im Libanon getroffen wurden.

Seit dem 7. Oktober habe die Hisbollah Hunderte Raketen und Flugkörper aus dem Libanon auf Israel abgefeuert, so die IDF, darunter bis zu acht Raketen in der vergangenen Woche. »Insgesamt ist etwa jede fünfte Rakete, die die Hisbollah seit dem 7. Oktober auf Israel abgefeuert hat, auf libanesischem Gebiet niedergegangen. Die Raketenangriffe der Hisbollah schaden also sowohl der israelischen als auch der libanesischen Zivilbevölkerung«, erklärte das Militär. »Indem sie weiterhin vom Südlibanon aus operiert und Geschosse und Drohnen auf Israel abfeuert, verstößt die Hisbollah gegen die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats. Die IDF werden Israels Nordgrenze weiterhin gegen jede Bedrohung verteidigen.«

Yaakov Lappin ist Korrespondent und Analyst für militärische Angelegenheiten in Israel. Er ist hausinterner Analyst am MirYam-Institut, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Alma-Forschungs- und Bildungszentrum und am Begin-Sadat-Zentrum für strategische Studien an der Bar-Ilan-Universität sowie Autor von Virtual Caliphate – Exposing the Islamist State on the Internet. (Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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