Ein hochrangiger Beamter des israelischen Nationalen Sicherheitsrats traf sich mit relevanten libanesischen Vertretern, um über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verhandeln.
Israel entsandte einen Beamten in den Libanon, um »einen ersten Versuch zu unternehmen, eine Grundlage für wirtschaftliche Beziehungen und Zusammenarbeit« zu schaffen, teilte das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu am Mittwoch mit. Der amtierenden Leiter des Nationalen Sicherheitsrats (NSC), Gil Reich, wurde angewiesen, »in Netanjahus Namen einen Vertreter zu einem Treffen mit Regierungs- und Wirtschaftsvertretern in den Libanon zu entsenden«.
Die Wahl fiel auf Uri Resnick, leitender Direktor für Außenpolitik im NSC, der gemeinsam mit der stellvertretenden Sonderbeauftragten der Vereinigten Staaten für den Nahen Osten, Morgan Ortagus, im libanesischen Nakura mit »relevanten libanesischen Zivilvertretern« zusammentraf. »Das Treffen fand in einer positiven Atmosphäre statt und die Parteien vereinbarten, Ideen für eine mögliche wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Libanon auszuarbeiten. Israel machte deutlich, dass die Hisbollah unabhängig von einer voranschreitenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit entwaffnet werden muss«, hielt das Ministerbüro fest.
Hisbollah-Entwaffnung stockt
Die Stellungnahme erfolgte einen Tag nach der Warnung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF), dass die Hisbollah trotz anhaltender Luftangriffe seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe im vergangenen Jahr ihre Kapazitäten wieder aufbaut. Der Waffenstillstand war am 27. November 2024 in Kraft getreten, nachdem eine intensive, zweimonatige Aktion des israelischen Militärs zur Schwächung der Führung der iranischen Stellvertreterorganisation geführt hatte. Das Abkommen wurde von der israelischen und der libanesischen Regierung sowie von fünf vermittelnden Ländern, darunter die Vereinigten Staaten, besiegelt.
Die US-Regierung hat den 31. Dezember 2025 als Frist für die libanesische Regierung gesetzt, um die Terrororganisation zu entwaffnen, wie Israel Hayom letzte Woche unter Berufung auf diplomatische Quellen berichtete. Laut einem Bericht von Channel 12 vom Dienstag ist Beirut über den Wiederaufbau der Hisbollah informiert worden, was die Regierung jedoch ignoriert, obwohl sie vor etwa drei Monaten zugestimmt hatte, alle Waffen unter staatliche Kontrolle zu bringen.
Morgan Ortagus traf sich vergangene Woche in Jerusalem mit Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz und Außenminister Gideon Sa’ar. Sa’ar bezeichnete die Gespräche als »gute Diskussion über die Lage im Libanon« und erklärte, dass »die Hisbollah die libanesische Souveränität verletzt« und die Entwaffnung »für die Zukunft des Libanons und die Sicherheit Israels von entscheidender Bedeutung ist«.
Erster Schritt zum Frieden?
Der militärische Sieg der IDF über die Hisbollah könnte die »Möglichkeit eines Friedens mit unseren Nachbarn im Norden« eröffnen, erklärte Netanjahu bereits am 21. September. »Auf jeden Fall wären diese Gespräche sowie die Kontakte zum Libanon ohne unsere vernichtenden Siege an der Nordfront und auch an anderen Fronten nicht möglich gewesen«, so der Premier bei einer Kabinettssitzung.
Der libanesische Außenminister Youssef Rajj stellte letzten Monat gegenüber dem libanesischen Fernsehsender MTV fest, dass die »militärische Lösung« mit Israel nicht funktioniert habe, weshalb Beirut eine politisch-diplomatische Option verfolgen sollte. Auf die Frage, ob er direkte Verhandlungen mit dem jüdischen Staat in Betracht ziehen würde, antwortete Rajj: »Was auch immer nötig ist. Ich persönlich habe keine Tabus. Ich werde ohne Probleme akzeptieren, was auch immer die Regierung beschließt. Es liegt in unserem Interesse, dass die Resolutionen 1701 und 1559 des UN-Sicherheitsrats und sogar die Einstellung der Feindseligkeiten umgesetzt werden.«






