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Israel und Pakistan: Ein Aufeinandertreffen, das für Aufsehen sorgte

Der Israel-Stand auf der WTM London: Treffen mit pakistanischem Vertreter
Der Israel-Stand auf der WTM Londo: Treffen mit pakistanischem Vertreter (Quelle Facebook)

Ist es das Zeichen einer neuen Flexibilität, dass sich die heurige Tourismusmesse in London zu einem Treffpunkt für pakistansiche und israelische Vertreter entwickelte?

Die WTM-Tourismusmesse in London ist normalerweise nicht als Bühne für diplomatische Durchbrüche bekannt. Doch in diesem Jahr wurde das Fachtreffen unerwartet zu einem Treffpunkt zwischen einer der größten muslimischen Nationen der Welt und den Vertretern Israels.

Es geschah ganz zufällig: Der Generaldirektor des israelischen Tourismusministeriums, Michael Itzhakovi, kam mit einem hochrangigen Berater des pakistanischen Premierministers ins Gespräch – einem Land, das keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält und dessen Reisepass immer noch den Vermerk »Die Einreise nach Israel ist verboten« trägt.

»Wir haben uns ziemlich lange unterhalten«, erzählte Itzhakovi. »Er war herzlich und freundlich. Natürlich wusste er, woher wir kamen, und wir wussten, woher er kam. Wir haben sogar Visitenkarten ausgetauscht.« Seine Äußerungen, die an sich schon überraschend waren, lösten schnell einen kleinen diplomatischen Sturm aus.

Pakistan beeilte sich, das Treffen zu dementieren. In einer offiziellen Erklärung betonte das Land, dass »ein solches Treffen nie stattgefunden hat«. Doch Aufnahmen von der Messe, die zeigen, wie der pakistanische Berater freundlich mit der israelischen Delegation spricht, verbreiteten sich schnell im Internet. Die Frage blieb: War dies nur ein Einzelfall oder ein Zeichen für einen tieferen Wandel?

Veränderung in den Beziehungen?

Seit seiner Gründung im Jahr 1947 hat Pakistan jede Möglichkeit einer Anerkennung Israels abgelehnt. Die unerschütterliche Unterstützung der palästinensischen Sache und eine stark ausgeprägte islamische Identität prägen seit Jahrzehnten die Außenpolitik des Landes. 1998 wuchs die Besorgnis Israels noch weiter, als Pakistan als erste muslimische Nation Atomwaffen erwarb. Jerusalem befürchtete den möglichen Transfer sensibler Kenntnisse oder Materialien an den Iran oder andere feindliche Akteure in der Region.

Trotz dieses Misstrauens kam es zu ersten diskreten Kontakten, vor allem in Bezug auf Fragen der regionalen Sicherheit. »Man kann nicht zwei Atomstaaten in derselben Region haben, ohne zumindest einen gewissen Kommunikationsaustausch zu pflegen«, kommentierte der pakistanische Journalist Ahmed Quraishi, der 2022 Israel besucht und den israelischen Präsidenten getroffen hatte. Sein Besuch kostete ihn allerdings seinen Job und löste in Pakistan heftige Reaktionen aus. »Nach den pakistanischen Atomtests waren sich beide Länder der Risiken einer Fehleinschätzung zwischen zwei Atomstaaten bewusst. Es gab stille Kanäle, um Missverständnisse während Raketentests zu vermeiden. Das war praktisch und verantwortungsbewusst.«

Im Jahr 2005 kam es zu einigen Veränderungen, nachdem der damalige israelische Premierminister Ariel Sharon den »Rückzugsplan« vorangetrieben hatte, in dessen Rahmen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückzogen und die Siedlungen im Gazastreifen aufgelöst wurden. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf traf sich am Rand der UN-Generalversammlung in New York mit dem israelischen Premierminister – ein Treffen, das zum ersten offiziellen Ministertreffen zwischen den Außenministern beider Länder in der Türkei führte.

Dennoch bleibt die offizielle Position unverändert: Eine Normalisierung ist nur möglich, wenn Fortschritte in der Palästinenserfrage erzielt werden. Analysten sagen, dass die öffentliche Meinung in Pakistan – die oft von islamistischen Narrativen beeinflusst wird – jede Regierung stürzen kann, die von diesem Prinzip abweicht. »Die öffentliche Meinung wird es der Regierung nicht erlauben, ihre langjährige Position aufzugeben«, konstatierte Moonis Ahmar von der Universität Karachi. Dennoch, räumte er ein, verändere sich die Realität vor Ort allmählich, was auch Analysten, die mit den Diskussionen hinter den Kulissen vertraut sind, bestätigen.

So könnte Saudi-Arabien, das als Führer der moderaten sunnitischen Welt gilt, letztendlich eine Rolle dabei spielen, Pakistan (ein Land mit einer sunnitischen Bevölkerung von 85 bis 90 Prozent) zu ermutigen, seine Haltung zu überdenken – insbesondere, wenn Riad selbst auf eine Annäherung an Israel zusteuert.

Anzeichen für Flexibilität

In den letzten Monaten gab es weitere Anzeichen für eine stille Flexibilität. Berichten zufolge könnte Pakistan einer künftigen multinationalen Truppe im Gazastreifen, den geplanten Internationalen Stabilisierungstruppen (ISF) beitreten und 20.000 Soldaten entsenden – ein Schritt, der selbst ohne formelle Beziehungen eine direkte Koordination mit Israel erfordern würde.

Washingtons Einfluss auf Islamabad ist bekannt. Pakistan sucht regelmäßig die Unterstützung der USA, insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise. Experten weisen darauf hin, Pakistan benötige dringend politische und wirtschaftliche Stabilität, während US-Beamte signalisieren, dass regionale Verantwortung und Zusammenarbeit dazu beitragen könnten, sein internationales Ansehen wiederherzustellen.

»Die Kritik an meinem Besuch in Israel hatte Vor- und Nachteile«, erzählte der pakistanische Journalist Quraishi. »Einerseits hat sie alle aufgebracht, die gegen eine Normalisierung sind und Israel scharf kritisieren. Aber gleichzeitig hat sie auch vielen anderen Pakistanern, die der Meinung sind, dass wir vielleicht eine Beziehung zu Israel haben sollten, so, wie wir sie zu den Palästinensern haben, die Möglichkeit gegeben, sich zu äußern.«

Und das ist die aktuelle Situation: Ja, die Dinge in Pakistan könnten sich in Richtung Normalisierung bewegen – aber langsam. Sehr langsam.

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