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Israels strategische Lage hat sich verschlechtert

Der Militärgeheimdienst warnt, dass die gegenwärtige Krise in Israel von dessen Feinden als Schwäche interpretiert wird. (imago images/Panthermedia)
Der Militärgeheimdienst warnt, dass die gegenwärtige Krise in Israel von dessen Feinden als Schwäche interpretiert wird. (imago images/Panthermedia)

Dem israelischen Militärgeheimdienst zufolge werde Israel infolge der internen Krise und der Spannungen mit den USA als geschwächt wahrgenommen.

Die strategische Gesamtsituation Israels hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Das geht aus einem Bericht der Forschungsabteilung des israelischen Militärgeheimdienstes hervor, der wichtigen israelischen Entscheidungsträgern jüngst vorgelegt wurde, darunter Premier Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Yoav Galant und der Nationale Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi.

Hauptgrund für die konstatierte Verschlechterung sei die tiefe Kluft, die im Land durch die von der Regierung vorgebrachten Justizreformpläne entstanden sei und von den Feinden Israels als Schwäche interpretiert werde. Vor diesem Hintergrund hätte in der jüngeren Vergangenheit eine Reihe von Treffen zwischen Hassan Nasrallah, dem Generalsekretär der libanesischen Hisbollah, mit den Spitzen der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihads stattgefunden, bei denen die neue Situation erörtert und die eigenen Positionen koordiniert worden wären. Derartige Sitzungen hätten auch im Iran stattgefunden, der seine Stellvertreterkräfte rund um Israel dazu aufgefordert habe, Anschläge gegen Israel durchzuführen.

Unstimmigkeiten und Distanzierung

Der Eindruck der Schwäche werde noch verstärkt durch die Unstimmigkeiten zwischen Israel und seinem wichtigsten Verbündeten, den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Iran soll überzeugt davon sein, dass Israel gegenwärtig nicht mit amerikanischer Unterstützung für einen Angriff auf iranische Nuklearanlagen rechnen könne.

Die spürbare Distanz zwischen Israel und den USA beeinflusse zusätzlich die Haltung der arabischen Staaten, die sich dem jüdischen Staat auch deshalb angenähert haben, weil diese Annäherung auch engere Beziehungen zu Amerika mit sich gebracht habe. Der aufgebrochene Gegensatz zwischen den Verbündeten habe einige arabische Staaten veranlasst, das Konfliktpotenzial mit dem Iran verkleinern zu wollen, wie nicht zuletzt an der Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen der Islamischen Republik und Saudi-Arabien zu sehen gewesen sei.

Israelische Medien vermuten, dass der beunruhigende Bericht des Militärgeheimdienstes die Entscheidung von Verteidigungsminister Yoav Galant beeinflusst habe, mit einer Warnung vor der Gefährdung von Israels Sicherheit in die Öffentlichkeit zu gehen. Der Schritt hatte zur Folge, dass Premier Netanjahu am Sonntag vor einer Woche Galants Entlassung ankündigte.

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