Angesichts der aktuellen Raketenangriffe aus dem Iran haben israelische Krankenhäuser ihre stationären Patienten in ihre unterirdischen Tiefgaragen verlegt.
Marc Neugröschel
Wo sonst Autos parken, stehen jetzt Krankenbetten. Zwischen Betonpfeilern, Parkbuchtnummern und freiliegenden Rohrleitungen versorgen Ärzte und Pflegekräfte des Jerusalemer Hadassa-Krankenhauses ihre Patienten – in der Tiefgarage.
Gelbe Vorhänge trennen die improvisierten Behandlungsplätze, Monitore blinken unter grellem Neonlicht, Infusionsständer stehen dort, wo normalerweise Stoßstangen enden. »Alle Patientinnen und Patienten, die wir verantworten konnten zu entlassen, haben wir nach Hause geschickt«, sagt Shir Shabbat, Ärztin am Hadassa-Krankenhaus. »Nur diejenigen, die zwingend stationär betreut werden müssen, behandeln wir hier unten weiter.«
Die organisatorische Umstellung sei erfolgreich verlaufen. »Seit dem letzten Krieg mit dem Iran haben wir entsprechende Erfahrung. Medizinisch haben wir die Situation im Griff. Aber für die Patienten ist die Lage hier unten dennoch sehr belastend. Es ist eng, laut und hell. Besonders für Menschen mit psychiatrischen Vorerkrankungen ist das eine enorme Herausforderung.«
Auch das Pflegepersonal arbeitet unter Ausnahmebedingungen. Eine Kinderkrankenschwester berichtet: »Wir müssen vieles improvisieren. Nicht alles steht hier in der gewohnten Ausstattung zur Verfügung. Aber dafür hier unten sind wir vor Raketen geschützt.«








